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Kohl-Interview Keine Abrechnung mit Merkel


Helmut Kohl sieht seine kritischen Interview-Äußerungen nicht als Abrechnung. Der Altkanzler sagt, er habe ein Bekenntnis zu Europa abgeben und "Optimismus verbreiten" wollen.

Seine Kritik an den Nachfolge-Regierungen sei "keine Abrechnung", sagte Kohl in einem Interview mit der "Bild". "Daran habe ich nie ein Interesse gehabt, damit fange ich jetzt, mit 81 Jahren, auch nicht an." Er habe mit seinem Interview mit der Zeitschrift "Internationale Politik" "ein positives Zeichen setzen, Optimismus verbreiten" wollen. Ihm sei allerdings bewusst gewesen, dass "manche Aussagen des Interviews besondere Aufmerksamkeit erfahren würden."

Klares Ja zu Europa

Die Botschaft seines Interviews sei "ein klares Ja zur Zukunft Deutschlands, das heißt unseres Landes mitten in Europa", sagte Kohl der "Bild". Er sei natürlich "nicht Europa- oder Euro-skeptisch geworden, im Gegenteil: Europa ist unsere Zukunft". Kohl monierte die Vereinnahmung seiner kritischen Worte durch SPD und Grüne. "Es entspricht der heutigen Leichtfertigkeit in der Politik, leider selbst in schwieriger Zeit, dass ernsthafte Worte instrumentalisiert werden." Die Situation in Deutschland, Europa und Amerika angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise sei "viel zu ernst, als dass wir uns parteipolitische Spielchen leisten können." Kohl hatte in der Zeitschrift "Internationale Politik" geäußert, Deutschland habe keinen außenpolitischen "Kompass" mehr. Die Bundesrepublik sei "keine berechenbare Größe mehr - weder nach innen noch nach außen". Fehlende Verlässlichkeit habe auch im Ausland zu Verunsicherung geführt.

DPA DPA

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