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Angst vor Flüchtlingen?: Österreicher decken sich mit Waffen ein

Täglich strömen Tausende über die Westbalkanroute in Richtung Österreich und Deutschland. Eine Entwicklung, die unseren Nachbarn offensichtlich große Angst einjagt. Denn die rüsten auf. 

Ein Jäger mit aufgeklappter Schrotflinte.

Für Schrotflinten benötigt man in Österreich keine Waffenbesitzkarte

Die Angst vor Flüchtlingen ist in Österreich offenbar groß. Wie das Onlineportal "oe24" berichtet, wurden gut 70.000 Waffen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres verkauft. Als häufigsten Grund für die Aufrüstung nennt "oe24" ohne Angaben von Quellen Angst vor Flüchtlingen und vor Dämmerungseinbrechern. Mittlerweilen lagerten fast 900.000 Waffen in den Haushalten.

"Derzeit sind praktisch alle Schrotflinten ausverkauft, weil man für sie keine Waffenbesitzkarte braucht", zitiert das Portal Thomas Ortner, Sprecher der Waffenhändler in Oberösterreich. "Führerscheinkurse für Pistolen finden normalerweise alle fünf Wochen statt, derzeit jede Woche." Der Boom soll verstärkt Anfang September eingesetzt haben. Vor allem auch Frauen kauften Waffen, heißt es.

Flüchtlinge aus Österreich bereiten Bayern Sorgen

Indes bereitet die große Zahl von Flüchtlingen an der Grenze von Österreich zu Bayern der Bundespolizei im Freistaat zunehmend Probleme. "Wir saufen heute ab", sagte ein Sprecher am Sonntagabend. Erst mit dem Transport vieler Flüchtlinge in andere Bundesländer konnte für neu ankommende Migranten am Abend noch Platz geschaffen werden. "Die Lage hat sich etwas entspannt." Täglich strömen Tausende über die Westbalkanroute in Richtung Österreich und Deutschland. Die meist aus dem Bürgerkriegsland Syrien stammenden Menschen kommen über die Türkei in die EU.

jek/DPA