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Mecklenburg-Vorpommern: Pegida-Anhänger laufen Werbung für Anti-Pegida-Seite

Bei ihrer Demo in Schwerin hielten Pegida-Anhänger Schilder mit "mvgida.de" hoch. Doch die Homepage stammte von Pegida-Gegnern, die noch während der Demo ganz andere Inhalte auf die Seite stellten.

Gleich hinter dem Banner waren die Schilder, die für mvgida.de warben, gut zu sehen

Gleich hinter dem Banner waren die Schilder, die für mvgida.de warben, gut zu sehen

Eigentlich steht die Abkürzung Mvgida für den Pegida-Ableger aus Mecklenburg-Vorpommern. Doch wer auf die Internetseite mvgida.de geht, findet dort die Aufforderung "Ungeliebte Pegida-Anhänger! Informiert euch und gackert nicht alles nach!" Als Hintergrundbild dient ein Foto von freilaufenden Hühnern. Dabei sah die Seite ursprünglich ganz anders aus. Die Landesfarben von Mecklenburg-Vorpommern lagen hinter dem großen MVGIDA-Schriftzug. "Wir sind das Volk" stand da und "Wir informieren Euch über alle Aktivitäten rund um Pegida in M-V" - und dieses Versprechen wurde zunächst gehalten.

Während die Pegida-Anhänger auf der Schweriner Demo am Montagabend mit Pappschildern für die Internetseite "mvgida.de" warben, änderten die Betreiber der Seite die Inhalte. Ab 19.30 Uhr verlinkten sie unter anderem auf abgeordnetenwatch.de und auf exit-deutschland.de, wo Nazi-Aussteiger Hilfe bekommen können. Denn die Internetadresse war gar nicht von Pegida-Anhängern registriert worden, sondern von Pegida-Gegnern. "Auf der Suche nach einer möglichen Web-Plattform fanden wir heraus, dass die Adresse mvgida.de noch frei verfügbar war. Das war dann der Aufhänger für die Aktion 'MVGIDA-Demonstranten machen Werbung für mvgida.de'", sagte einer der Initiatoren zu sueddeutsche.de.

So sieht die Seite mvgida.de aktuell aus

So sieht die Seite mvgida.de aktuell aus

Glaubt man einem Screenshot auf mvgida.de, dann reagierten die Pegida-Anhänger via Facebook: Besucher von mvgida.de könnten sich sehr schnell denken, dass die Seite nicht Pegidas "politisches Werk" sei. "Wir bedanken uns bei dem Hersteller für die Spende der Schilder und für die Werbung." Dann folgt noch eine Androhung rechtlicher Schritte, weil "GIDA" rechtlich geschützt sei. Auf der Facebook-Seite von mvgida ist das Posting allerdings nicht zu finden.

Nicht die erste Aktion

Die Aktion in Schwerin erinnert an die Aktion "Rechts gegen Rechts", als Rechtsextremisten unfreiwillig Spenden für "Exit Deutschland" sammelten. Insofern darf man gespannt sein, welche kreativen Wege Linke das nächste Mal finden, um gegen Pegida oder Rechtsextremisten aktiv zu werden.

Thomas Krause
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