Protest gegen Castor-Transport Hunderte Demonstranten blockieren Bahnstrecke


Hunderte Atomkraftgegner haben die Bahnstrecke hinter der deutsch-französischen Grenze besetzt, um die geplante Durchfahrt des Castor-Transports zu blockieren. Die fanzösische Polizei nahm 16 Greenpeace-Aktivisten in Gewahrsam.

Mehrere hundert Atomkraftgegner haben am Samstag in Berg in Rheinland-Pfalz die Bahnstrecke unmittelbar hinter der französisch-deutschen Grenze besetzt, um die am Nachmittag geplante Durchfahrt des Castor-Zugs mit Atommüll zu blockieren. Andreas Raschke vom Presseteam der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen sprach von rund 650 bis knapp 1.000 Demonstranten.

Die Protestierer saßen auf einem Abschnitt von mehreren hundert Metern auf den Gleisen. Gegen 12:30 Uhr erklärte die Polizei die Versammlung für aufgelöst, damit rückte eine Räumung näher.

Auf französischer Seite in Hausbergen kurz vor Lauterbourg nahm die französische Polizei 16 Greenpeace-Aktivisten in Gewahrsam. 14 von ihnen hatten sich auf die Schienen gelegt, zwei hatten sich mit Röhren an den Schienen festgemacht, wie Greenpeace-Sprecher Andreé Böhling der dapd bestätigte. Der Zug sei gegen 12.15 Uhr zum Stehen gekommen, die Röhren seien mit einem Metallschneider durchtrennt worden.

Raschke vom den Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen erkläert: "Mit der Gleisbesetzung demonstrieren wir gegen den Transport des hochradioaktiven Atommülls ins Zwischenlager Gorleben." Der Castor stehe sinnbildlich für die Gefahren der Atomenergienutzung: von der Umweltbelastung beim Uranabbau über die radioaktiven Emissionen im Atomkraftwerk-Betrieb bis hin zur ungelösten Endlagerproblematik.

Zuvor hatten die Atomkraftgegner aus Südwestdeutschland an der Grenze gegen den Castor-Transport von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben demonstriert. Die Demonstration stand unter dem Motto "Endlich abschalten!".

In der Ortschaft Metzingen im Kreis Lüchow-Dannenberg war die Polizei am Freitagabend erneut gegen Atomkraftgegner vorgegangen. Rund 150 Demonstranten hätten während eines Laternenumzugs die Bundesstraße 216 blockiert, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Sie seien daraufhin von Beamten zur Seite gedrängt worden. Dem Sprecher zufolge warfen im Anschluss an die Räumung rund 20 teilweise vermummte Personen Feuerwerkskörper. In Metzingen war es bereits am Donnerstagabend zu einem Polizeieinsatz gekommen, nachdem Castorgegner im Rahmen einer sogenannten "Landmaschinenschau" die Bundesstraße versperrt hatten. Eine Demonstration von Atomkraftgegner am Freitagabend in Lüneburg verlief nach Polizeiangaben friedlich. An der Aktion hätten sich 900 Menschen beteiligt. Bürgerinitiativen sprachen von mehr als 2.000 Teilnehmern.

APN APN

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