Wahl des SPD-Präsidiums Sigmar Gabriel fällt durch


Er ist Umweltminister, ewiger Hoffnungsträger der Genossen - und Pate des Eisbären Knut. Das alles scheint Sigmar Gabriel nichts zu nutzen. Denn bei der Wahl des neuen, erweiterten SPD-Präsidiums ist er durchgefallen - anders als ausgerechnet Ute Vogt, die ansonsten glücklose Parteichefin in Baden-Württemberg.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ist bei der Wahl ins SPD-Präsidium nach Angaben aus Parteikreisen durchgefallen. Er erhielt bei der Sitzung des SPD-Vorstands am Montag nicht die erforderliche Stimmenzahl, um in den engeren Führungskreis der Partei aufzurücken. Gabriel war beim Parteitag Ende Oktober als Nachfolger von Fraktionschef Peter Struck in den Vorstand gewählt worden. In der SPD-Führung hieß es, Ziel sei seine Wahl auch ins Präsidium. Die Wahl in den Vorstand galt als Rehabilitation, nachdem Gabriel bei einem früheren Parteitag dabei ebenfalls gescheitert war. Die 45 Mitglieder des SPD-Vorstandes wählen aus ihrer Mitte das Präsidium als engeres Führungsgremium.

Kritik von der Parteilinken

Der 48-jährige Gabriel gilt in der SPD einerseits weiter als Hoffnungsträger, ist aber intern auch umstritten. Kritiker vor allem vom linken Flügel werfen ihm prinzipienlosen Ehrgeiz vor. Er gehört zum Flügel der "Netzwerker", der zwischen dem linken und rechten Flügel eine pragmatische Mitte vertreten will. Gabriel gilt als Anwärter auf die Nachfolge Strucks auch im Fraktionsvorsitz.

Mehr Erfolg hatte dagegen die baden-württembergische SPD-Chefin Ute Vogt, die den Sprung in das Parteipräsidium geschafft hat. Das bestätigte ein Parteisprecher der Südwest-SPD in Stuttgart. Vogt gilt weithin als gescheiterter Jungstar der Partei. Erst vor wenigen Wochen gab sie den Vorsitz der SPD-Fraktion im Stuttgarter Landtag auf.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker