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Antisemitische Vorwürfe: Donald Trump sorgt mit Geschmacklos-Tweet für Aufsehen

Einmal mehr ist Donald Trump in ein politisches Fettnäpfchen getreten: Auf Twitter veröffentlichte er einen geschmacklosen Tweet. Darin zu sehen: Hillary Clinton, Dollarnoten – und ein Davidstern. Die Kritik folgte prompt.

Hillary Clinton, Dollarnoten, Davidstern: Trumps Tweet ist mittlerweile gelöscht

Hillary Clinton, Dollarnoten, Davidstern: Trumps Tweet ist mittlerweile gelöscht

Donald Trump hat US-Medienberichten zufolge einen Tweet gelöscht, der seine Rivalin Hillary Clinton vor einem Hintergrund mit Dollarscheinen zeigt. Daneben soll sich eine Illustration in den Umrissen eines Davidsterns befunden haben. US-Medienberichten vom Samstag (Ortszeit) zufolge hatte das rote Hexagramm mit der Aufschrift "Die korrupteste Kandidatin aller Zeiten!" zu Antisemitismusvorwürfen geführt.

Clinton-Sprecher Josh Schwerin fragte auf Twitter: "Warum ist da ein Davidstern?" Der wirtschaftspolitische Ratgeber der Demokratin, Michael Shapiro, schrieb: "Diese erneute spaltende Anspielung ist keine Überraschung."

Nach einem Sturm der Kritik wurde Trumps Tweet geändert: Der sechseckige Stern wurde dabei durch einen roten Kreis ersetzt, die Textbotschaft aber belassen. Der ursprüngliche Tweet des umstrittenen Milliardärs hat sich jedoch im Internet verselbständigt und kann weiter abgerufen werden.

Beide Versionen des Bildes sind mit "Betrügerische Hillary – Macht Geschichte!" überschrieben. Der neue Tweet enthält zudem den umstrittenen Hashtag #AmericaFirst (Amerika zuerst). Der Slogan wird mit dem Zweiten Wektkrieg assoziiert und wurde von Amerikanern benutzt, die gegen einen Einsatz amerikanischer Truppen gegen Nazi-Deutschland waren.

Donald Trump im Wahlkampf

Die Kritik richtete sich vor allem gegen die stereotype Verknüpfung von Geld und Juden in dem ursprünglichen Tweet. Trump musste in den vergangenen Monaten wiederholt mit pauschalisierenden Bemerkungen Kritik einstecken. Im Juni 2015 sagte er bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung, wenn "Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die besten." Pauschal warf er den Mexikanern vor: "Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger." Trump forderte auch einen generellen Einreisestopp für Muslime.

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ikr / DPA / AFP