stern-Umfrage Keine Panik wegen Finanzkrise


Die Deutschen sind besorgt - aber sie verfallen wegen der weltweiten Finanzkrise nicht in Panik. Das ergibt eine Umfrage des stern. Die Mehrheit hat keine Angst, dass sie wegen der Banken-Crashs ihre Job verlieren könnten. Allerdings haben sie wenig Hoffnung auf eine Gehaltserhöhung.

Die große Mehrheit der Deutschen schaut trotz der Finanzkrise eher gelassen in die Zukunft. In einer Umfrage für den stern erklärten drei Viertel der Bürger (74 Prozent), sie machten sich keine Sorgen um ihr Geld, das sie auf einer Bank oder einer Sparkasse haben. Ein Viertel der Bürger (26 Prozent) äußerte vorige Woche allerdings Angst um das Ersparte bei Banken oder Sparkassen. Damit ist diese Furcht in den letzten vier Wochen etwas größer geworden: Mitte September waren es bei einer gleichlautenden Umfrage lediglich 20 Prozent gewesen. Dagegen gering ist die Sorge, für größere Anschaffungen keinen Bankkredit mehr zu bekommen. Dies befürchten nur 16 Prozent der Bürger.

Auch die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes ist derzeit nicht hoch. Nur 14 Prozent der Bürger befürchten, sie könnten im nächsten halben Jahr ihren Job verlieren. Das sind trotz der Finanzkrise weniger als etwa im April 2006, als 20 Prozent Angst vor einem Job-Verlust hatten. 85 Prozent der Erwerbstätigen schätzen ihren Arbeitsplatz zurzeit als sicher ein. Kritisch sehen die Deutschen allerdings die künftige Gehaltsentwicklung. 40 Prozent der Erwerbstätigen - darunter vor allem Arbeiter und Angestellte - haben Sorgen um die Entwicklung ihres Einkommens. Für 58 Prozent - darunter überdurchschnittlich viele Beamte - spielt diese Frage keine Rolle.

Finanzminister Peer Steinbrück kann trotz seines unermüdlichen Einsatzes bei der Rettung der Finanzmärkte in der Bevölkerung nicht punkten. Nur 15 Prozent der Bürger gaben in der stern-Umfrage an, sie hätten "großes Vertrauen" in seine Fähigkeiten als Krisenmanager. Die große Mehrheit hat nur "etwas" (47 Prozent) oder "wenig Vertrauen" (33 Prozent).

Datenbasis: 1003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 9. und 10. Oktober 200. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte, Auftraggeber: stern. Quelle: Forsa-Institut, Berlin.

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