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Kanada Airline cancelt Flug wegen Masken-Streits mit dreijährigem Mädchen

Offenbar war eine WestJet-Crew etwas überfordert mit zwei Kleinkindern
Offenbar war eine WestJet-Crew etwas überfordert mit zwei Kleinkindern
© Daniel Slim / AFP
Eine kanadische Airline hat einen Flug gecancelt, weil es einen heftigen Streit mit einer Familie gab. Angeblich soll sich ein dreijähriges Mädchen geweigert haben, eine Maske zu tragen. Die Situation eskalierte.

Reisen mit Kleinkindern können sehr anstregend sein, besonderes im Zug oder im Flugzeug sind gute Nerven gefragt. Denn nicht jedes Kind benimmt sich, wie es sich die Eltern oder die Mitreisenden wünschen, und setzt sich artig auf den Platz, um brav lustige Bildchen auszumalen. Manchmal läuft es ganz anders. Wenn dann überforderte und genervte Flugbegleiter hinzukommen, kann eine Reise gründlich schiefgehen.

Ein besonders krasser Fall dieser Art hat sich nun Kanada zugetragen. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Familienvater Safwan Choudhry der BBC. Choundry wollte mit seiner Frau und den beiden Töchtern, anderthalb und drei Jahre alt, mit der Fluglinie Westjet von Calgary nach Toronto fliegen. Die Familie hatte schon im Flugzeug Platz genommen, als auf einmal Flugbegleiter erschienen. Der Grund war, dass die Mädchen keine keine Maske trugen, die Ältere aber nur deshalb, weil sie einen Snack aß. Die Frage, ob die Tochter den Snack aufessen dürfe, verneinten die Flugbegleiter und verwiesen auf ihre "Null Toleranz"-Politik. Wenn die Mädchen keine Maske aufsetzten, würde das Flugzeug nicht starten.

Dann eskalierte die Situation.

Nach einigem Widerstand setzt die ältere Tochter die Maske auf

Laut Choundry habe sich die ältere Tochter nach einigem Widerstand die Maske aufgesetzt. "Aber meine jüngere Tochter hat nur noch geschrien", erzählte er. Sie sei so wütend gewesen, dass sie sich schließlich übergeben habe. Die Flugbegleiter haben die Familie daraufhin aufgefordert, das Flugzeug zu verlassen. Würden sie das nicht tun, könnten sie verhaftet und angeklagt werden. Die Flugbegleiter seien sehr aggressiv aufgetreten, sagte Choundry. Schließlich haben sie eingewilligt, das Flugzeug zu verlassen.

Die Schilderung der Fluglinie unterscheidet sich von der Darstellung des Vaters. In einem Statement heißt es: "Weil sich die Eltern weigerten, ihrer älteren Tochter eine Maske aufzusetzen, informierte die Crew sie über die Vorschriften." Zudem behauptet WestJet, dass es nur um die Dreijährige gegangen sei. Kinder unter zwei Jahren brauchen keine Maske zu tragen. "Die Crew rief die Polizei, nachdem sich die Eltern weigerten, dass Flugzeug zu verlassen."

Die Darstellungen weichen voneinander ab

Auch hier unterscheidet sich die Darstellung der Streitparteien. Choundry zufolge haben sich andere Fluggäste in den Streit eingemischt. Einige seien von der Familie genervt gewesen, die überwiegende Mehrheit habe die Familie jedoch verteidigt, während die jüngere Tochter unablässig geschrien habe. Erst zu diesem Zeitpunkt habe die Crew die Polizei gerufen. Auf einem Handy-Video ist zu sehen, dass die ältere Tochter bei Ankunft der Polizei eine Maske trägt. Auf einem anderen kann man verfolgen, wie Polizisten mit dem Vater diskutieren.

Das Ende der Geschicht': Die Crew cancelte den Flug komplett und verschob ihn auf den folgenden Tag, weil sie sich nicht mehr sicher gefühlt habe. Die Polizei bestätigte später, dass die ältere Tochter bei ihrer Ankunft eine Maske getragen habe. Anzeige wurde nicht erstattet. Ob die Familie am Tag darauf mit WestJet nach Toronto flog, ist nicht bekannt.

Quelle: "BBC News"

tis

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