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Alkohol im Freien Bis zu 600 Euro: Barcelona erhöht Strafen für Trinkgelage

Ein Trinkgelage in den Straßen von Barcelona
Die Anzahl von Trinkgelagen in Barcelonas Innenstadt steigt seit der Corona-Pandemie rasant an (Archivbild)
© Thiago Prudencio / Picture Alliance
Seit der Corona-Pandemie haben sogenannte "Botellones" in Spanien massiven Zulauf – auch in Barcelona. Die spontanen Trinkgelage sind in den vergangenen Monaten regelmäßig ausgeartet. Und das kann zukünftig richtig teuer werden.

Was in deutschen Großstädten wie Hamburg oder Berlin als sogenanntes "cornern" bekannt ist, sind in Spanien "Botellones" (von spanisch botella: Flasche). Während in der Bundesrepublik eher das Sitzen auf dem Bordstein mit einem Bier vom Kiosk oder dem Späti gemeint ist, erinnern botellones in Spanien eher an eine spontane Straßenparty: Es wird laut Musik gespielt, gefeiert und vor allem getrunken. Das Phänomen ist in Spanien kein neues, doch insbesondere während der Corona-Pandemie, als Clubs und Bars teilweise wochenlang geschlossen waren, trafen sich immer mehr junge Menschen zu den Trinkgelagen auf offener Straße. Und die Entwicklung hält bis heute an.

Barcelona: Strafen für Trinkgelage erhöhen sich drastisch

Vielen spanischen Städten sind die Saufgelage ein Dorn im Auge. Doch die bisherigen Strafen für die Teilnahme waren verhältnismäßig gering: Zwischen 60 und 100 Euro mussten diejenigen zahlen, die erwischt wurden. Die Zahlung verringerte sich um jeweils 75 Prozent, sollte sie innerhalb von 30 Tagen gezahlt werden. 

Da die Strafen offenbar nicht abschreckend genug sind, reagiert nun die Stadt Barcelona und erhöht sie auf bis zu 600 Euro. Wer sofort bezahlen kann, muss die Hälfte zahlen.

Wie Pedro Velázquez, Chef der Guàrdia Urbana Polizeieinheit in Barcelona erklärt, seien zwischen 2. und 8. August diesen Jahres in Barcelona insgesamt 747 Menschen zu einem Ordnungsgeld von 100 Euro für das Trinken in der Öffentlichkeit verdonnert worden. Das berichtet der "Guardian". 

Bei wem die Strafe verhängt wird, bleibt einzelnen Polizisten überlassen

Die neuen, höheren Bußgelder sollen für Ruhestörungen oder bei unsozialem Verhalten verhängt werden, wobei die Definition dieser Tatbestände den einzelnen Beamten überlassen bleibt.

Basis für die Anhebung der Strafen ist das sogenannte "Knebelgesetz", das von Spaniens früherer rechtsgerichteter Regierung eingeführt wurde. Aktivisten kritisieren, dass das Gesetz massiv die Rede- und Versammlungsfreiheit einschränke.  

"Die Bußgelder in Höhe von 600 Euro werden verhängt, wenn das tägliche Leben der Bürger ernsthaft gestört wird", erklärte Albert Batlle, der für Recht und Ordnung zuständige Stadtrat, auf einer Pressekonferenz. "Wir reden hier über die öffentliche Ordnung".

Quelle: The Guardian

pgo

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