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"Expedition GeForce" / Holiday Park: Fast senkrecht in die Tiefe

Mit 62 Metern ist diese Stahlachterbahn zwar nicht ganz so hoch wie der "Silver Star", dafür müssen die Fahrgäste Fliehkräften von bis zu 4,5 g standhalten.

Mit "Expedition GeForce" ist im pfälzischen Holiday-Park die Ära der Hypercoaster auch in Deutschland in greifbare Nähe gerückt. Kurze Abschnitte, die den Fahrgast aus dem Sitz katapultieren, das Gefühl zu Schweben und nur noch vom Sicherheitsbügel gehalten zu werden und eine Abfahrt fast im 90-Grad-Winkel sind das Besondere dieses Coasters.

Datenblatt "Expediton GeForce"

Höhe

62 m

Schienenlänge

1300 m

Höchstgeschw.

120 km/h

Beschleunigung

4,5 g

Neigung erster Drop

81 Grad

Bremsen

Wirbelstrom

Hersteller

Intamin

Kosten

10 Millionen Euro

Einmal das Eingangsportal passiert und der Besucher steht im Basiscamp der Expedition GeForce: Ein paar Zelte, hier und da liegt die Grundausstattung einer jeden Abenteuercrew - der Weg zum neuen Abenteuertrip ist nicht mehr weit. Nach Durchschreiten des Camps wird die schlichte Stationsplattform erreicht. Schnell ist der Besucher in einen der beiden 28-sitzigen Züge eingestiegen. Schon in der Station hakt sich der Zug in den Transportschlitten ein, dann kann es losgehen. Innerhalb von gerade einmal 30 Sekunden hat der Speed-Lift das Gefährt in die Höhe transportiert. 53 Meter über dem Erdboden wird es ernst.

Im 82-Grad Winkel bergab

Es folgt schließlich nicht irgendeine Abfahrt, sondern etwas weltweit Einmaliges: Der First Drop (erste Abfahrt) beschreibt im oberen Drittel eine Drehung von 74 Grad um die Längsachse, wobei gleichzeitig die Neigung der Strecke immer bedenklichere Formen annimmt. Langsam gleiten die ersten Wagen über die Kuppe, dann ein immenser Schub, es geht in die Tiefe. 82 Grad Längsneigung misst die steilste Stelle der Abfahrt, der Sitz mitsamt seinem Fahrgast fällt einfach nur gen Boden, Beschleunigung auf 120 Stundenkilometer - Waaaahnsinnnn! In der vordersten Reihe dreht man sich langsam in den Absturz hinein, hängt förmlich im Sicherheitsgurt und vermisst beim Blick in die Tiefe die Schiene, die hinteren Reihen werden dagegen mit ungeheurer Schubwirkung in den Drop hineinkatapultiert - Ein fast unbeschreibliches Erlebnis der Extraklasse! Zudem mit 82 Grad Neigung eine der steilsten Abfahrten der Welt!

Zum senkrechten Sturz in die Tiefe fehlen bei Expedition Geforce zwar noch 8 Grad Neigung, dies ist jedoch nicht weiter auffällig. Die Expedition GeForce hat zugeschlagen und wird ihrem Namen gerecht: Positive G-Kräfte erfährt man zum ersten Mal besonders deutlich in der Senke nach der ersten Abfahrt (4,5 g). Direkt danach der erste parabelförmige Hügel, auf dem der Zug gerade einmal auf rund 60 km/h verzögert, somit ausgiebige Airtime auf allen Plätzen - Ein weiterer Höhepunkt, ein Erlebnis für die Sinne! Wie ein langer Lindwurm sucht sich die Strecke im Mittelteil ihren Weg durch das Gelände, gesäumt von allerhand Baum- und Buschwerk. Nach dem zweiten Drop geht es wieder aufwärts, diesmal in eine extreme Steilkurve, deren Querneigung die 90 Grad deutlich überschreitet - 113 Grad sind es exakt.

Spezialität: Schnelle Richtungswechsel

Es folgt eine Kombination von schnellen Richtungswechseln und primär in den Kurven eingebauten Auf- und Abfahrten. Im Großen und Ganzen wird eine Acht beschrieben, die durch die restliche, L-förmig angeordnete Strecke zu zwei Seiten hin eingerahmt wird. Mitten im Schienengeschlängel liegt auch die erste Reduzierbremse. Um die folgenden Fahrelemente für jeden Fahrgast verträglich zu halten ist dieses Element notwendig. Aufgrund der cleveren Platzierung innerhalb einer Abfahrt wird die Verzögerung aber nur von den wenigsten Mitfahrern bemerkt.Am Ort der ersten Steilkurve treffen sich die Schienenelemente wieder. Ab hier verläuft die restliche Strecke parallel zum Hinweg. Für die Einfahrt in die dortige Steilkurve haben sich die Verantwortlichen etwas Besonders ausgedacht: Innerhalb von wenigen Schienenmetern werden die Wagen des Zuges seitlich um einen deutlichen Betrag um die Längsachse gedreht, um die passierte Rechts- mit besagter stark geneigter Linkskurve zu verbinden. Ein interessantes Fahrelement, welches trotz der Lateralkräfte sehr angenehm zu durchfahren ist.Dann zwei kleinere Hügel, eine leicht geneigte Abfahrt in die letzte, in Bodennähe angebrachte Linkskurve. Während der Abfahrt wird die zweite Reduzierbremse passiert, dann fährt der Zug in die verschleißfreien Wirbelstrombremsen ein und wird mittels Permanentmagneten nach dem Wirkprinzip der magnetischen Induktion abgebremst. Die Tour de Force ist beendet, Begeisterung auf den Plätzen, der ein oder andere muss sich vom Erlebnisschock erst einmal erholen.

Fazit

Gratulation an den Holiday Park, der mit seiner 10 Millionen Euro teuren Errungenschaft auf dem Gebiet der Achterbahnen locker in der europäischen Oberliga mitspielen kann. Selbst im weltweiten Vergleich erreicht die Expedition GeForce Spitzenplätze. Die angesehenste Umfrage unter internationalen Achterbahnfans führt den Stahlgigant im Jahre 20002 sogar als beste Stahlachterbahn der Welt auf. Das einzigartige Streckendesign, die gut dosiert eingesetzte Wirkung der Airtime und auch die einmalige Atmosphäre dieser Achterbahn bekräftigen diese Entscheidung.Das Publikum ist begeistert und für weitere Fahrten gerne bereit, schließlich ist Expedition GeForce die beste Attraktion im übersichtlichen Rideangebot des Freizeitparks in der Pfalz. Das Fahrgefühl der Anlage ist dank der sehr präzise in der Slowakei gefertigten Strecke, dem ausgereiften Fahrwerk und nicht zuletzt wegen des Know Hows des Ingenieurbüros Stengel als äußerst angenehm zu beschreiben - Kleine Vibrationen treten zwar auf, direkte Stöße sind aber nicht auszumachen. Nicht nur die puren Fakten sprechen bei Expedition GeForce für sich, auch das abwechslungsreiche Streckenlayout macht Spaß und fordert regelrecht zu weiteren Fahrten auf. Mehr über Achterbahnen bei www.coastersandmore.de

Daniel Schoppen
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