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Gay Travel Index: Deutschland ist für homosexuelle Reisende wieder gefährlicher geworden

Der Gay Travel Index ermittelt jedes Jahr, wie sich die Lage für reisewillige LGBT-Personen in Ländern auf der ganzen Welt entwickelt. Deutschland ist in diesem Jahr von Platz drei auf Platz 23 abgerutscht.

Zwei Frauen küssen sich auf einer Wiese

Die Gewalt gegen Homosexuelle hat in Deutschland zugenommen

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Deutschland ist für LGBT-Reisende, also  im Vergleich zum Vorjahr etwas gefährlicher geworden. Im Gay Travel Index, der jährlich von dem Berliner Reiseportal "Spartacus" erstellt wird, rutschte die Bundesrepublik von Platz drei auf Platz 23 ab. In dem Ranking werden Plus- und Minuspunkte für die Gesetzeslage in den einzelnen Ländern, den Grad der Diskriminierung und Gewalt gegen Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender verteilt. Als Gründe werden in dem Index "eine Gewaltzunahme gegen LGBT (...), das Fehlen einer modernen Gesetzgebung gegenüber Trans- und Intersexuellen sowie ein fehlender Aktionsplan gegen homophobe Gewalt" genannt.

2018 kam Deutschland noch auf neun Punkte, 2019 sind es lediglich sieben. Auch in den USA und Brasilien hat sich die Lage für Homosexuelle verschlechtert, ausgelöst durch die rechtskonservativen Regierungen in den beiden Ländern.

Mehr Gewalt gegen Homosexuelle in Deutschland

Neben den bisherigen Spitzenreitern Schweden und Kanada steht nun auch Portugal im Index ganz vorne – dank neuer Gesetze, die für mehr Gleichberechtigung von Trans- und Intersexuellen sorgen. Im Jahr zuvor hatte Portugal noch auf Platz 27 gestanden. Auch nach Indien können Schwule und Lesben mittlerweile sorgenfreier reisen, dort ist Homosexualität seit dem vergangen Jahr nicht mehr strafbar.

Am gefährlichsten für queere Menschen sind der Iran, Saudi-Arabien, Somalia und Tschetschenien. Das Land im Kaukasus steht auf dem letzten Platz des 197 Länder umfassenden Index. In Tschetschenien werden Homosexuelle massiv verfolgt, es gibt Berichte über Folterungen und Morde. Für den Gay Travel Index wertet die Spartacus-Redaktion jährlich unter anderem Angaben von Menschenrechtsorganisationen wie "Human Rights Watch" und der UN-Kampagne "Free & Equal" aus. Auch Kriminalstatistiken fließen, soweit verfügbar, mit ein. Allerdings werden Straftaten mit homophobem Hintergrund in vielen Ländern nicht gesondert erhoben.

Quellen: "Spartacus", Gay Travel Index 

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