Die „Herausnahme“ war schon länger geplant, nun wird sie vorgezogen: Als Reaktion auf die Kosten von Streiks stellt die Lufthansa den Betrieb der Regionalfluggesellschaft Cityline schneller ein als geplant. Damit werden auch Kapazitäten bei der Kernmarke Lufthansa reduziert.
„Als erster unmittelbar wirksamer Schritt werden ab übermorgen zunächst die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren“, sagte Lufthansa-Finanzvorstand Till Streichert. Nach bisherigen Plänen sollte Cityline den Betrieb erst 2028 einstellen.
Sozialplan für rund 800 (Lufthansa-)Mitarbeiter
„Das Paket zur beschleunigten Umsetzung von Flotten- und Kapazitätsmaßnahmen ist angesichts der stark gestiegenen Kerosinkosten und der geopolitischen Instabilität unumgänglich“, so Streichert.
Betroffen sind fast alle Mitarbeiter. Bis auf wenige Ausnahmen sollen alle Beschäftigten im Cockpit und in der Kabine freigestellt werden. Cityline hat rund 2200 Angestellte. Bei Cityline geht es der Gewerkschaft UFO zufolge um einen Sozialplan für die rund 800 Flugbegleiter.
Die Flugzeuge der CityLine haben bislang die Zubringerflüge zu den Drehkreuzen Frankfurt und München übernommen. Wer über diese Hubs etwa von Köln nach Johannisburg fliegen wollte, dürfte zuerst einen Cityline-Flug genommen haben und im zweiten Flug in eine Langstreckenmaschine umgestiegen sein. Damit betrifft das Aus nicht die Konzerntochter, sondern das gesamte Lufthansa-System.
Zum Ende des Sommerflugplanes werden außerdem vier ältere Langstreckenflugzeuge bei der Kernmarke Lufthansa ausgeflottet. Im Winterflugprogramm werde das Angebot auf der Kurz- und Mittelstrecke um fünf Flugzeuge reduziert. Zugleich soll die günstiger arbeitende Tochter Discover schneller mit neuen Airbus-A350-Jets expandieren.
Die Lufthansa reagiert damit auf den zurzeit unlösbaren Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über die betriebliche Altersvorsorge. Die Piloten haben gerade die vierte Streikrunde mit zwei Tagen Ausstand bis Freitag begonnen.