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Michelin-Führer 2011: Sterne-Regen für Deutschlands beste Köche

Noch nie gab es so viele Spitzenrestaurants in Deutschland: Der Restaurantführer "Michelin" vergibt in seiner neusten Ausgabe an weitere fünf Restaurants zwei Sterne für eine ausgezeichnete Küche.

Neue Erfolge für die deutsche Spitzengastronomie: Im neuen "Michelin"-Restaurantführer 2011 wächst die Zahl der Sterne-Restaurants um ein Dutzend auf 237. Zwar wurde kein neues Drei-Sterne-Haus gekürt, aber fünf Restaurants sind auf zwei Sterne für eine hervorragende Küche aufgewertet worden. Neun Restaurants haben weiter die höchste Wertung von drei Sternen.

Regional- statt Molekularküche

Ralf Flinkenflügel, Chefredakteur der deutschen "Michelin"-Ausgabe, freut über das hohe Niveau der deutschen Spitzengastronomie. "Es ist die Tendenz der letzten Jahre, dass Regional- und Bioprodukte in den Vordergrund treten." Der "überzogene Trend" der spanischen Molekularküche sei vorbei, aber einige der modernen Kochtechniken würden verwendet. "Ich finde gut, dass die Köche neue Wege gehen und Neues ausprobieren."

Drei der neuen Zwei-Sterne-Köche arbeiten an der Nord- oder Ostseeküste: Markus Kebschull im "Sterneck" in Cuxhaven, Alexandro Pape im "Fährhaus" in Munkmarsch auf Sylt und Kevin Fehling im "La Belle Epoque" in Lübeck-Travemünde. Senkrechtstarter Christoph Rainer eroberte in der "Villa Rothschild Kempinski" in Königstein im Taunus schon nach drei Jahren den zweiten Stern. Dazu kommt Andreas Krolik aus Baden-Baden. Er kocht im "Park-Restaurant" im ehrwürdigen "Brenners Park-Hotel" eher traditionell.

Baden-Württemberg liegt vorn

"Hoffnungsträger" für den Aufstieg in die Spitzengruppe der neun deutschen Drei-Sterne-Köche bleibt wie im Vorjahr Thomas Bühner vom "La Vie" in Osnabrück. Er steht unter besonderem Druck, da man nur zwei Jahre "Hoffnungsträger" sein kann. Nun muss sich zeigen, ob er den Sprung nach oben schafft oder in der Gruppe der 23 Zweisterner bleibt. Vier Restaurants sind neue "Hoffnungsträger" für einen zweiten Stern, darunter das neue "Tim Raue" in Berlin.

Die Zahl der deutschen Sterne-Restaurants ist in fünf Jahren um 51 auf 237 gewachsen, sagt Flinkenflügel. Besonders stark war der Zuwachs in der Spitze - 32 Köche haben zwei oder drei Sterne, 2006 waren es 19. Weitaus die meisten Sterne-Restaurants gibt es weiter in Baden-Württemberg (54) vor Bayern und NRW (je 37). Unter den Großstädten liegt Berlin mit zwölf Sterne-Restaurants vorn, gefolgt von Hamburg (11) und München (10). Mit jeweils zwei Drei-Sterne-Restaurants glänzen weiter Baiersbronn und Bergisch Gladbach.

Keines der Toprestaurants mit drei oder zwei Sternen wurde abgewertet. Allerdings verloren 14 Ein-Stern-Häuser ihre Auszeichnung. Die Hälfte dieser Restaurants wurden oder werden geschlossen, darunter auch das Hamburger Restaurant der TV-Köchin Cornelia Poletto.

Christian Volbracht, DPA / DPA

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