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Boeing-737-Absturz: Donald Trump sagt, Fliegen ist zu komplex und zu gefährlich. Die Statistik sagt das Gegenteil

Wegen zwei Abstürzen in kurzer Zeit muss die Boeing 737 Max 8 fast überall auf der Welt am Boden blieben. Donald Trump behauptet sogar, die ganze Technik würde Fliegen gefährlicher machen. Doch das Gegenteil stimmt.

Piloten bei der Landung

Technik im Cockpit hat Fliegen bislang eher sicherer gemacht

Wegen zwei Abstürzen in sechs Monaten darf Boeings Verkaufsschlager 737 Max 8 in den meisten Ländern vorerst nicht mehr fliegen. Nach dem jüngsten Unfall des Maschinentyps, lästerte US-Präsident Donald Trump über die technische Hochrüstung: "Flugzeuge werden viel zu kompliziert zum Fliegen", schrieb der US-Präsident auf Twitter, und diese Komplexität berge Gefahren, so Trump.

59 Flugtote in 2017

Den Zahlen der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) zufolge, ist Fliegen über die Jahre aber immer sicherer geworden: 2017 etwa gab es "nur" 59 Tote. Im Jahr zuvor waren es 258, 2018 561. Zum Vergleich: 1972 etwa gab es vier Mal so viele Unfälle wie 2018 mit fast 2400 Toten. Die sinkenden Unfallzahlen sind auch deshalb bemerkenswert, weil sich die Zahl der Passagiere in der Zeit verdreizehnfacht hat. "Fliegen ist fraglos sicherer geworden. Dafür gibt es viele Gründe, aber Technologie ist einer der wichtigsten", sagte Perry Flint, IATA-Sprecher, der US-Seite "Axios".

Mehrere Boeing 737 Max 8 werden hier im Boeing-Werk im US-Bundesstaat Washington gefertigt

Das Flugverbot für die Boeing 737 Max 8, das laut der europäischen Flugsicherung EASA eine reine Vorsichtsmaßnahme ist, gilt zwar auch weiten Teilen Asiens, Australiens, Neuseeland und dem Nahen Osten, nicht jedoch in den USA und Kanada. Die "New York Times" zufolge soll Boeing-Chef Dennis Muilenberg mit US-Präsident Trump telefoniert haben, um ein Startverbot für baugleiche Maschinen in den USA zu verhindern. Eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Druck auf US-Luftfahrtbehörde wird größer

Die unterschiedliche Bewertung der Zuverlässigkeit des Flugzeugtyps könnte die Beziehungen der Luftfahrtbehörden in den USA und Europa belasten. Bislang haben die Europäer die Entscheidungen der Amerikaner regelmäßig mitgetragen - und umgekehrt. Der Druck auf die US-Luftfahrtbehörde wird aber immer größer, Spitzenpolitiker der beiden großen US-Parteien fordern inzwischen, dass Boeings Krisenflieger vorerst am Boden bleibt. Der Hersteller beharrt indes auf der Sicherheit seiner Jets.

+++ Lesen sie hier die letzten Entwicklungen im Zusammenhang mit Boeings Problemmaschine 737 Max 8 +++

Quellen: Aviation-Safety.net, "Axios"

nik mit DPA

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