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Angeblich kranker Fluggast: Ryanair wirft Spanierin aus dem Flugzeug

Die Italien-Reise einer Flugpassagierin endete noch vor dem Start. Wegen roter Flecken auf ihrer Haut wurde sie in Madrid gezwungen, dass Flugzeug zu verlassen. Die Spanierin fühlt sich von Ryanair diskriminiert.

Von Till Bartels

Eigentlich wollte Felisa Roa nach Trapani auf Sizilien fliegen. Am Mittwoch sitzt die Spanierin in der zum Abflug bereiten Boeing 737 der Ryanair am Flughafen Madrid. Ein Steward geht kurz vor dem Start durch die Reihen. Als er Felisa Roa sieht, bittet er die Passagierin auszusteigen. "Mit diesem Armen können Sie nicht fliegen, Sie müssen das Flugzeug verlassen."

Seit zehn Jahren leidet die 59-Jährige an einer Hauterkrankung, die rote Flecken auf ihren Armen verursacht. Vergeblich versucht die Dame, das Flugpersonal von der Harmlosigkeit ihrer Symptome zu überzeugen, wie die spanische Zeitung "El Pais" berichtet. Ein Arzt, der ebenfalls an Bord des Flugzeugs ist, bestätigt dem Purser, dass es sich um eine nicht ansteckende Erkrankung handelt.

Auch bietet Felisa Roa dem Kabinenchef an, mit ihrer Hautärztin zu telefonieren, bei der sie mit ihrer psychosomatischen Erkrankung in Behandlung ist. Doch der Purser will mit der Ärztin nicht sprechen. "Er hat mehrmals gesagt, dass es Ihm egal ist, unter welche Krankheit ich leide. Da er sich nicht sicher ist, ob meine Flecken nicht ansteckend sind, darf ich nicht fliegen", berichtete die Passagierin später.

Flug nur mit Attest

Die Billig-Airline, die sich selbst gerne "Europas beliebteste Fluggesellschaft" nennt, macht sich mit dieser Vorsichtsmaßnahme unbeliebt. Sie weigert sich, die Passagierin mitzunehmen. Als Felisa Roa nicht aussteigen will und die anderen Passagiere sich mit ihr solidarisieren, ruft Ryanair die Guardia Civil und lässt die Dame, die keinen Widerstand leistet, abführen. Anschließend rollt die Maschine ohne sie zum Start.

Zurück im Terminal reicht Felisa Roa bei der Guardia Civil mit den Unterlagen ihrer Ärztin eine Klage gegen Ryanair ein, weil sie sich diskriminiert fühlt. Die flugerfahrene Dame hat bereits Länder wie Russland, China und die USA problemlos bereist. Doch zum ersten Mal wollte sie mit Ryanair fliegen und wusste nichts von den medizinischen Restriktionen des Billigfliegers, die auch bei harmlosen Krankheiten gelten. Laut "El Pais" bestätigt die irische Fluggesellschaft den Vorfall und erklärte, dass "Personen, die unter einer Krankheit leiden, die man als ansteckend bezeichnen oder die ansteckend erscheinen könnte, verpflichtet sind, die Bescheinigung eines Arztes bei sich zu tragen, die beweist, dass der Fluggast in der Lage ist zu fliegen und kein Risiko für andere Passagiere oder die Crew darstellt." So weit die theoretischen Vorschriften.

Doch in der Praxis fühlt sich Felisa Roa auf dem Madrider Flughafen wie eine Verbrecherin behandelt. Beim nächsten Mal steigt sie anders bekleidet ins Flugzeug. "Als ich den Purser fragte, was passiert wäre, wenn ich eine langärmelige Bluse getragen hätte, die die Flecke bedecken würden", so die Abgewiesene, "sagte er mir, dass ich ohne Probleme hätte fliegen können."

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