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Ryanair schiebt Politik Schwarzen Peter zu: Billigflieger streicht Frankfurt-Hahn zusammen

Der Billigflieger Ryanair will den Flugbetrieb auf dem Flughafen Hahn im Hunsrück im kommenden Jahr deutlich reduzieren. Offizielle Begründung: die Luftverkehrsabgabe der Bundesregierung.

Der Billigflieger Ryanair streicht wegen der Luftverkehrsabgabe mehr als ein Viertel seiner Flüge ab Frankfurt-Hahn. Im Sommerflugplan 2011 werde die Zahl der wöchentlichen Flüge auf 382 von über 500 dieses Jahr fallen, teilte die irische Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Dadurch dürften an der für Ryanair wichtigen Basis in Rheinland-Pfalz nur noch 2,9 Millionen Passagiere befördert werden - eine Million weniger als bisher. Direkt betroffen davon seien etwa 150 Arbeitsplätze sowie weitere 1000 bei Zulieferunternehmen.

Die Iren begründeten ihren Schritt mit der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Luftverkehrsabgabe in Höhe von acht Euro pro Kurzstreckenflug. Die neue Steuer werde den Tourismus-Standort Deutschland massiv Schaden zufügen, sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Ryanair-Manager Michael Cawley in Frankfurt. In Irland und Großbritannien führe eine ähnliche Steuer noch immer zu sinkenden Verkehrszahlen. "Es ist so, als würde Aldi alle Preise um 25 Prozent anheben und erwarten, dass die Nachfrage gleichbleibt", sagte Cawley. Für Ryanair werde sich die Passagierzahl insgesamt nicht ändern. Die Maschinen würden einfach von anderswo fliegen.

Der Flughafen Hahn selbst sieht durch die Streichungspläne seines Hauptkunden Ryanair keine Jobs gefährdet. Nun gelte es, weitere Frachtflüge und andere Passagierflieger anzulocken. In den ersten neun Monaten des Jahres habe es bei der Fracht ein Wachstum von 65 Prozent gegeben. "Dadurch wollen wir schwächere Phasen im Passagierbereich ausgleichen", sagte der kaufmännische Geschäftsführer des Airports, Wolfgang Pollety. "Wir werden keine Mitarbeiter entlassen."

Reuters/APN / Reuters

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