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Billigflieger zieht drei Maschinen ab: Ryanair kappt Flüge ab Hahn

Die Luftverkehrsabgabe macht den Billigfliegern schwer zu schaffen. Die irische Ryanair reagiert und verringert die Zahl der Abflüge von deutschen Airports drastisch. Der Flughafen Hahn hat den Ausbau gestoppt.

Der irische Billigflieger Ryanair reduziert den Flugplan für Deutschland. An der wichtigsten deutschen Basis, dem Hunsrück-Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz, sollen neun Strecken gestrichen werden - was etwa 30 Prozent der Flüge pro Woche im Sommer entspricht.

Von den elf im Hunsrück stationierten Fliegern will Ryanair drei abziehen. Bereits ab kommendem Januar soll die Strecke von Hahn nach Berlin nicht mehr angeflogen werden. Ab dem Sommerflugplan 2011 sollen dann auch die Verbindungen nach Agadir, Breslau, Danzig, Göteborg, Klagenfurt, Santiago de Compostela, Sevilla und Prag gestrichen werden. Zudem sollen 15 weitere Städte seltener angeflogen werden.

Als Begründung für die Streichung der Flüge gab Ryanair die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrssteuer an. "Die Nachfrage nach Flügen ist vom Preis der Flüge abhängig", sagte Ryanair-Manager Michael Cawley. Betroffen seien etwa eine Million Passagiere, 150 Arbeitsplätze bei Ryanair sowie weitere 1000 Jobs bei anderen Unternehmen.

Ausbau des Terminals in Hahn gestoppt

Die Bundesregierung hatte im Zusammenhang mit ihrem Sparpaket eine Luftverkehrssteuer von bis zu 45 Euro pro Ticket beschlossen und damit Proteste in der Luftfahrtbranche ausgelöst. Die Steuer gilt schon jetzt bei Buchungen für Abflüge vom 1. Januar 2011 an. Die nach Entfernung in drei Stufen gestaffelte Abgabe soll jährlich eine Milliarde Euro zur Haushaltskonsolidierung einbringen.

Die gestrichenen Flüge hätten nichts direkt mit dem Flughafen zu tun, betonte Ryanair. "Wir werden weiter eng mit dem Flughafen zusammenarbeiten", sagte eine Sprecherin. Mit etwa 3,8 Millionen Fluggästen 2009 zählt der Airport Hahn zu den wichtigsten Regionalflughäfen in Deutschland. Größte Passagier-Airline mit einem Anteil von rund 95 Prozent des Verkehrs ist Ryanair. Der Terminalausbau des Flughafens Hahn war wegen der neuen Ticketsteuer gestoppt worden. Der Flughafenbetreiber wollte nach eigenen Angaben abwarten, welche Auswirkungen die Abgabe auf das Reiseverhalten der Passagiere hat.

Weitere Ziele stehen auf dem Prüftstand

Zu den anderen Flugzielen in Deutschland machte die Sprecherin nur Andeutungen: Weitere Kürzungen würden kommen, Details seien aber noch nicht geplant. Dass die Strecke von Hahn nach Berlin schon im Winter gestrichen wird, begründete Cawley mit einer doppelten Versteuerung.

Bereits Ende Juni hatte die Fluggesellschaft bekanntgegeben, im Winter Verbindungen in Großbritannien einzusparen - ebenfalls wegen einer dort erhobenen Luftverkehrsabgabe. Andere Länder wie Belgien, Griechenland und die Niederlande hatten entweder keine Flugsteuer eingeführt oder wieder abgeschafft.

Air Berlin will Auswirkungen der Steuer abwarten

Während Ryanair handelt, wartet Air Berlin noch ab. "Wir werden beobachten, ob und wie die Luftverkehrssteuer das Verhalten unserer Fluggäste verändert", sagte der Sprecher der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, Peter Hauptvogel. Danach werde das Unternehmen entscheiden.

Eine Schritt weiter geht die Fluglinie Germanwings. Der Billigflieger, an dem Lufthansa beteiligt ist, hat die neue Luftverkehrsabgabe als "Beschäftigungsprogramm" für ausländische Flughäfen kritisiert. "Wenn die Passagiere abwandern, dann müssten wir denen auch folgen", sagte ein Germanwings-Sprecher. "Das heißt, dass wir uns grenznahe ausländische Flughäfen jetzt anschauen und gucken, ob wir eventuell von dort aus starten."

DPA/APN/DPA/joe / DPA

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