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Air Berlin und Ryanair: Billigflieger greifen kriselnde Lufthansa an

Die Fluggesellschaften Air Berlin und Ryanair sehen sich in Deutschland gegenüber der Lufthansa im Aufwind. Mit einer neuen Direktverbindung zwischen Hamburg und Frankfurt macht jetzt Air Berlin der Lufthansa Konkurrenz. Der große Rivale meldete dagegen schlechte Zahlen.

Auch Ryanair-Chef Michael O'Leary bekräftigt, dass seine Fluglinie "stetig wachse, während Lufthansa stetig Passagiere verliert." Die irische Airline hat nach eigenen Angaben in Deutschland 20 Prozent mehr Passagiere dazugewonnen. Laut Bilanz hat Ryanair zwischen Januar und August dieses Jahres in Deutschland 1,1 Millionen Passagiere mehr befördert als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. "Während Lufthansa und andere hochpreisige Airlines Kapazitäten reduzieren und Passagiere verlieren, hat Ryanair allein im Jahr 2009 51 neue Strecken von und nach Deutschland angekündigt", sagte O'Leary.

Die Lufthansa konnte dagegen am Mittwoch nicht mit derartigen Zahlen aufwarten. Im Gegenteil: Sie ist in den ersten neun Monaten in die roten Zahlen geflogen und blickt angesichts der Konjunkturkrise skeptisch in die Zukunft. Die Airline meldete ein Minus von 32 Millionen Euro nach einem Gewinn von 529 Millionen Euro im Vorjahr. er Umsatz verringerte sich in den ersten neun Monaten um 13,2 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sackte deutlich auf 226 Millionen Euro ab nach 954 Millionen im Vorjahr.

Eines der letzte Monopole ist gefallen

Nicht nur die Krise, auch die Herausforderer machen der Kranichlinie zu schaffen: So richtet sich Air Berlin mit bis zu sechs Flügen täglich auf der neuen Frankfurt-Hamburg-Verbindung besonders an die Geschäftsreisenden zwischen den beiden Metropolen und damit an bisherige Kunden der Lufthansa. "Das wird die Lufthansa sicher nicht freuen, weil sie diese Strecke bisher allein geflogen ist", sagte Air-Berlin-Vorstandsmitglied Christoph Debus. Auf dieser Strecke zählte der Hamburger Flughafen 2008 insgesamt 1,3 Millionen Passagiere.

Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler machte die Größenordnung des neuen Engagements an seinem Standort deutlich. "Nach der aktuellen Entwicklung werden Air Berlin und Lufthansa im Jahr 2010 jeweils einen Marktanteil von rund 30 Prozent des gesamten Passagieraufkommens in Hamburg erreichen", sagte Eggenschwiler. Es werde eine "doppelte Pole-Position" für beide Gesellschaften eingerichtet.

Rund 28,6 Millionen Passagiere befördert

Die Lufthansa hatte die neue Verbindung in der aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift "Der Lufthanseat" als "Frontalangriff im Kontverkehr", also bei innereuropäischen Flügen, bezeichnet. "Air Berlin bietet die Tickets für diese Strecke bereits zu Dumpingpreisen ab 29 Euro an und eröffnet mit bis zu sechs Frequenzen täglich einen Kampf um Marktanteile im LH-Kernsegment der Geschäftsreisenden", heißt es weiter in der Zeitschrift.

Dazu erklärte Air-Berlin-Vorstandsmitglied Debus, es sei klar, dass es zu Überschneidungen komme, wenn man im gleichen Markt agiere. "Für uns war es nur eine Frage der Zeit, bis wir auf dieser Strecke einsteigen würden", betonte er. "Wir bezeichnen das als normalen Wettbewerb." Air Berlin ist nach eigenen Angaben hinter der Lufthansa die zweitgrößte Fluggesellschaft in Deutschland. Nach der Gründung vor etwa 30 Jahren ging der Konzern 2006 an die Börse. Im vergangenen Jahr beförderte die Airline der eigenen Statistik zufolge 28,6 Millionen Passagiere und machte einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro.

AP / AP

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