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Luftverschmutzung: Ohrfeige für die Kreuzfahrtbranche: Dreckschleuder-Kapitän muss 100.000-Euro-Strafe zahlen

Erstmals ist eine Kreuzfahrt-Gesellschaft in Frankreich wegen Luftverschmutzung verurteilt worden. Die Reederei "wollte ohne Rücksicht auf die Lungen der Menschen Geld sparen", so der Staatsanwalt.

Im Mittelmeer vor der Skyline von Venedig: Die "Azura" ist mit 290 Metern Länge eines der größten Kreuzfahrtschiff der britischen Reederei P&O Cruises

Im Mittelmeer vor der Skyline von Venedig: Die "Azura" ist mit 290 Metern Länge eines der größten Kreuzfahrtschiff der britischen Reederei P&O Cruises

Picture Alliance

Ein französisches Gericht hat den Kapitän eines Kreuzfahrtschiffes zu 100 000 Euro Strafe wegen Luftverschmutzung verurteilt. Der Kapitän des Schiffes Azura der britischen Reederei P&O Cruises hat dem Urteil zufolge im März im Hafen von Marseille Kraftstoff verwendet, der weit über dem erlaubten Schwefelgehalt gelegen habe, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf das Gericht berichtete.

Entgegen der europäischen Richtlinie lag der Schwefelanteil des gebunkerten Kraftstoffes über dem Grenzwert von 1,5 Prozent. Schweröl mit einem höheren Anteil ist deutlich günstiger zu haben. Bei dem verurteilten Kapitän handelt es sich um einen US-Amerikaner. Das Schiff "Azura" fährt für die britische Reederei P&O Cruises, die wiederum zum US-Unternehmen Carnival Corporation gehört - dem größten Kreuzfahrtveranstalter der Welt. Zu deren Marken gehören unter anderem auch die Cunard Line, die Holland America Line, Costa Cruises und Aida Cruises.

Treibstoff entsprach nicht den gesetzlichen Anforderungen

Das Gericht schrieb vor, dass ein Teil der Strafe, 80.000 Euro, vom Arbeitgeber Carnival gezahlt werden müsse. Carnival "wollte ohne Rücksicht auf die Lungen der Menschen Geld sparen", hatte Staatsanwalt Franck Lagier zu Beginn der Verhandlung im Oktober gesagt.

Während eines Zwischenstopps hatten Inspektoren entdeckt, dass das Schiff mit einem billigen Treibstoff unterwegs war, der nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Der Kapitän habe das gewusst, so die Staatsanwaltschaft.

Die 2010 gebaute "Azura" hat Platz für bis zu 3000 Passagiere und etwa 1220 Besatzungsmitglieder. Marseille ist eine der bedeutendsten Anlegestellen für Kreuzfahrtschiffe im Mittelmeer - die Stadt leidet auch deswegen unter einer hohen Luftverschmutzung. 2015 war das Schiff bei der Hamburger Werft Blohm+Voss eingedockt und erhielt einen Scrubber zur Abgasreinigung.

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Kreuzfahrtschiff "AIDAprima" belegt den dritten Platz.
tib mit Agenturen

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.