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Am Ausrüstungskai: Vorpremieren-Reisen abgesagt: Feuer an Bord der "Aida Nova"

Rückschlag für Aida Cruises: Die Meyer Werft muss die Übergabe der "Aida Nova" an die Reederei verschieben. Ein Brand in Kabinen auf Deck 14 hat den Zeitplan durcheinandergewirbelt. Nicht nur die Probefahrten müssen verschoben werden.

Der Neubau "Aida Nova" kurz vor der Überführungsfahrt auf der Ems von Papenburg nach Eemshaven

Der Neubau "Aida Nova" kurz vor der Überführungsfahrt auf der Ems von Papenburg nach Eemshaven

Eigentlich sollte die "Aida Nova", das erste mit Flüssigerdgas betriebene Kreuzfahrtschiff der Welt, heute auf Probefahrt gehen. Doch ein Feuer an Bord des Neubaus, der im Moment im niederländischen Eemshaven am Ausrüstungskai liegt, hat den Countdown zur Seeerprobung und zu den ersten Fahrten mit Passagieren durcheinandergebracht.

"Wir wurden durch die Meyer Werft Papenburg darüber informiert, dass der aktuelle Ausbaustatus eine planmäßige Übergabe des Schiffes nicht ermöglicht und verschoben werden muss", teilte ein Pressesprecher der Reederei mit. "Unser Anspruch ist es, mit 'Aida Nova' ein Schiff in Dienst zu stellen, das nicht nur der gewohnten hohen Aida Qualität entspricht, sondern auch in vielen Produktbereichen mit neuen Innovationen unsere Gäste begeistern soll."

Ein genauer Grund für die Verzögerung wurde nicht angeben. Es könnten sowohl Verspätungen in Teilbereichen des Schiffsausbaus sein als auch ein Brand in einem Kabinenbereich auf Deck 14, wie die Zeitung "Kieler Nachrichten" schreibt. Das Feuer sei in der Nacht zu Mittwoch aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen und konnte rasch gelöscht werden. Die gleichzeitig von der Werft alarmierte Feuerwehr aus Eemshaven musste nicht mehr eingreifen. Alle Menschen, die sich an Bord befanden, konnten evakuiert werden. Niemand kam zu Schaden.

Überführung der "Aida Nova": Spektakel auf der Ems: Weltweit erstes Erdgas-Kreuzfahrtschiff erreicht das Meer
Bei der Meyer Werft in Papenburg am Montagabend: Schlepper bugsieren das Kreuzfahrtschiff "Aida Nova" vom Hafenbeckenin die Ems.

Bei der Meyer Werft in Papenburg am Montagabend: Schlepper bugsieren das Kreuzfahrtschiff "Aida Nova" vom Hafenbeckenin die Ems.

DPA

Die drei Spezialtanks der "Aida Nova" waren am 18. Oktober 2018 erstmals mit rund 3500 Kubikmetern Flüssigerdgas gefüllt worden. Dieser Vorrat mit Liquefied Natural Gas (LNG) reicht für eine Kreuzfahrt von bis zu zwei Wochen Dauer aus. Durch den emissionsärmeren Treibstoff soll sich der Schadstoffausstoß deutlich reduzieren.

Das 337 Meter lange und 42 Meter breite Schiff wurde am 6. September 2017 im Baudock der Meyer Werft in Papenburg auf Kiel gelegt. Am 9. Oktober 2018 wurde es auf der aufgestauten Ems flußabwärts geschleppt.

Jungfernfahrt der "Aida Nova" am 2. Dezember 

Der Plan der Werft sah vor, die "Aida Nova" nach Erprobungsfahrten in der Nordsee am 15. November in Bremerhaven an die Reederei Aida Cruises zu übergeben. Jetzt kommt es zu Verzögerungen. Für den Zeitraum zwischen dem 15. November und 2. Dezember sind fünf Vorpremieren-Reisen abgesagt worden.

Die gute Nachricht aber lautet: Die für den 2. Dezember angesetzte Jungfernreise soll wie geplant von Hamburg zu den Kanarischen Inseln starten.

Pech hatte die Reederei auch mit der Indienststellung ihres vorletzten Schiffes. Die "Aida Prima" entstand bei Mitsubishi Heavy Industries im japanischen Nagasaki. Beim Bau und der Erprobung kam es zweimal zu Terminverschiebungen. Passagieren, die bereits die Fahrt von Yokohama nach Hamburg gebucht hatten, musste abgesagt werden. Schließlich erfolgte die Ablieferung der "Aida Prima" an die Reederei Aida Cruises mit fast eineinhalbjähriger Verspätung.

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tib

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