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Kanarische Inseln: Die schönsten Strände der glorreichen Sieben

Surfer und Badeurlauber schwören auf Fuerteventura und Lanzarote. Romantiker zieht es nach La Gomera oder La Palma - die Kanaren sind ideal, um dem tristen deutschen Winter zu entkommen.

Von Nicole Schmidt

Copacabana oder Robinsonade? Beides, und gleich mehrfach! Lange Strände schmücken Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Auf den drei kleinen Kanaren warten Überraschungen wie Pools im Meer.

Teneriffa: Playa de las Teresitas

Hunderte von Palmen säumen die halbmondförmige, zwei Kilometer lange Bucht mit puderweichem Sahara-Sand. Nur wenige ausländische Besucher finden den Weg hierher, dafür die Bewohner der nahen Hauptstadt Santa Cruz und von San Andrés: Vor allem nach Feierabend und an Wochenenden packen sie ihre Picknicks aus, spielen Volleyball, flanieren. Ein künstliches, vorgelagertes Riff schützt den Strand. Es gibt genügend Parkplätze, Duschen, Toiletten und chiringuitos, preiswerte Strandkioske. Im luca (Las Teresitas, Chiringuito Luca, Tel. 922-59 10 02) spielt dazu Lounge-Musik.

Teneriffa: Playa El Médano

Ein Hotspot für Windsurfer und Spaziergänger abseits von Bettenburgen und Shoppingcentern im Süden. Er ist bei Ebbe mit drei Kilometern der längste Naturstrand der Insel. Nichts für Sonnenanbeter, ihnen ist es dort zu windig. Nette Cafés reihen sich entlang der autofreien Promenade. Ein Lieblingsplatz ist das "Café M", das Salate, Pasta, Wraps, frisch gepresste Säfte serviert. Am besten schmeckt's auf der Terrasse mit Blick auf die Surfer. El Médano, Paseo Mercedes de Roja 14, Tel. mobil 699-00 26 73.

Fuerteventura: Jandía

Die goldgelben Sandstrände der Halbinsel im Südwesten sind Favoriten der Urlauber, besonders deutscher Familien. 17 Kilometer könnte man vom trubeligen Ferienzentrum an der Playa de Matorral bis ins ruhigere Costa Calma wandern. Übernachten: Der Aldiana-Club mit seinem tollen Sportprogramm auf einem Felsplateau über dem Strand ist frisch renoviert. Playa de Jandía, Morro Jable, Tel. 928- 16 98 70, www.aldiana.de; 1 Woche DZ/all incl. ab 1164 Euro für 2 Personen.

Fuerteventura: Playa Barca

Türkis schimmerndes Wasser, konstant starker Wind, Bilderbuchwellen: Kite- und Windsurfer finden den viereinhalb Kilometer langen weißen Traumstrand südlich von Costa Calma ideal. Anfänger lernen in der Lagune vor der Sandbank, Könner surfen weiter draußen. Im Juli werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Es gibt auch die beste Schule, das "Oxford" der Surfer: René Eglis Pro Center, im Hotel Meliã Gorriones, Playa Sotavento, Tel. 928-54 74 83, www.rene-egli.com.

Fuerteventura: Playas de Cotillo

El Cotillo im Nordwesten zählt zu den wenigen Fischerdörfern, die noch wundersam ursprünglich sind. Der Strand ist selbst in der Hochsaison nie überlaufen. Bei starker Brandung kann man in die Caletillas ausweichen, kleine, helle Buchten neben dem Hauptstrand, in denen das Wasser wie in einer Badewanne schwappt. Übernachten: Hotel Cotillo Beach. Zweistöckig und luftig, im kanarischen Stil, die 144 Zimmer gruppieren sich um einen Innenhof mit Pool, Kinderclub und Tennisplätzen. El Cotillo, Ctra. los Lagos, Tel. 928-53 88 48, buchbar z. B. über www.alltours.de, Tel. 0203-363 63 60; 1 Woche DZ/HP ab 498 Euro für 2 Personen.

Gran Canaria: Playa de las Canteras

Drei Kilometer lang und sanft geschwungen ist die beliebte Bucht, groß genug, um selbst in der Hochsaison ein ruhiges Plätzchen im feinen hellen Sand zu finden. Wer's lebendig mag: Gleich dahinter erstreckt sich die Promenade mit Cafés, Eisbuden und Restaurants. Zur blauen Stunde flanieren hier Geschäftsleute in Anzügen, Damen mit Stola und Fächer, Großfamilien, Hippies mit Rastalocken und Trommeln, alte Herren mit gegeltem Haar und Gehstock, mauretanische Frauen in knallbunten Gewändern, Surfboys mit Muscle-Shirt und Muschelkette. Wo der Felsen Peña la Vieja aus dem Atlantik ragt, liegt die beliebte Bar la Guardia del Blues. Bands spielen an den Wochenenden Blues, Jazz und Soul. Canteras, Paseo las Canteras 77, Tel. 928-27 72 73. Übernachten kann man gut im Best Western Hotel Cantur. Außen keine Augenweide, aber innen schön renoviert, vergleichsweise Günstig und zentral: drei Fußminuten vom Strand und ein paar Busminuten vom Zentrum entfernt. C/. Sagasta 28, Tel. 928- 27 30.00, www.hotelcantur.com; DZ ab 85 Euro.

Gran Canaria: Playas de Güigüi

Der Klassiker unter den Geheimtipps für einsame Buchten ist immer noch eine Entdeckung: Die beiden Strände im Westen mit samtweichem Sand und glasklarem Wasser sind von hohen Steilwänden eingerahmt und nur per Boot oder nach einem zweieinhalbstündigen Fußmarsch zu erreichen. Vom Weiler Tasártico aus beginnt der Pfad harmlos, schraubt sich jedoch, meist in praller Sonne, auf 550 Meter hoch. Trittsicher sollte man sein, Kondition, einen Hut und genügend Wasser mitbringen. Aber bereits auf dem Pass sind die Mühen vergessen: Der Blick auf die Bergwelt des Barranco de Güigüi ist fantastisch. Der Abstieg führt durch ein ausgetrocknetes Flussbett, vorbei an Palmen-Oasen, meterhohen Kakteen und verfallenen Hütten, neben denen Ziegen weiden. Fußweg: In Tasártico am Ende der befestigten Hauptstraße noch etwa 500 Meter auf der Kiespiste weiter Richtung Playa de Asnofahren, dann ist rechts der Beginn des Pfades zu erkennen, gekennzeichnet mit Steinmännchen. In Puerto de las Nieves, dem Hafen von Agaete, übernehmen neue Wassertaxis den Transfer und legen bei Bedarf Zwischenstopps ein. Bestellung: Tel. 928-55 35 76, Hin- und Rückfahrt: 30 Euro p. Person.

Lanzarote: La Caleta de Famara

La Caleta de Famara. Wellenreiter und Kitesurfer zählen die Strände im Nordwesten zu den besten Spots Europas. An diesem über fünf Kilometer langen hellen Sandstrand können auch Einsteiger den Umgang mit dem Brett lernen. Es gibt keine gefährlichen Felsen und relativ stetigen Wind. Die besten "Sportmonate" sind September bis November. Die Surfschule Calima Surf; mit neuem Shop bietet Kurse ab 295 Euro pro Woche, Brett 6 Euro pro Tag; La Caleta de Famara, C/. Achique 14, Tel. 928-52 85 28.

Lanzarote: Playa de la Cantería

Ist das der richtige Weg? Die Schotterpiste westlich des Fischerdorfs Orzola scheint im Nirgendwo zu enden, führt aber zu einer herrlichen Bucht: Am Fuße der Famara-Felsen läuft der helle Sandstrand flach ins Meer. Hohe Wellen legen weiße Schleier auf das Wasser. Ein beliebter Surf-Spot, aber auch zum Baden zu empfehlen, allerdings sollte man wegen der Strömung nicht weit hinausschwimmen.

Lanzarote: Caletón Blanco

Die schönste der Caletas südlich von Orzola. Die weißsandigen kleinen Buchten sind von schwarzer Lava umgeben, und das Wasser ist meist ruhig und türkisblau.

La Palma: Playa de Tazacorte

Touristisch, aber sehr hübsch – mit Duschen und Liegen, auch Rettungsschwimmer sind im Einsatz. Nach dem Strandtag lohnt es sich, in das Örtchen Tazacorte hochzusteigen. Gleich unterhalb der Kirche fertigt der deutsche Goldschmied Frank Hofmeister Schmuck aus Silber, Lava und Edelsteinen in seinem Atelier Volcán Verde (C/. Ángel 4). Unter Palmen köstlich speisen und dabei den Blick auf den Atlantik genießen kann man im alteingesessenen Fischrestaurant Playa Mont (Puerto Tazacorte, Tel. 922-48 04 43; Do geschlossen).

La Gomera: La Playa

La Playa heißt sowohl der Ort im Valle Gran Rey als auch sein schwarzer, geschützter Strand, wo abends Hippies den Sonnenuntergang herbeitrommeln und -tanzen. Wer nicht mitmacht, trinkt in der Kult-Kneipe Casa Maria Rotwein aus dem Fass und schaut dem Spektakel zu. Es gibt eine ganze Reihe von hübschen und guten Restaurants in La Playa einige lassen sogar Tropenstimmung aufkommen: Malaysische Spezialitäten serviert das El Baifo. Edificio Normara, Tel. 922-80 57 75, reservieren! Fr geschl. Etwa 50 Meter entfernt liegt das ganz neu eröffnete Go India, wo zwei Köche aus England indische Köstlichkeiten zubereiten. Tel. 922-80 71 03.

La Gomera: Playa del Inglés

Nördlich von La Playa breitet sich der sehr schöne Strand aus. Vom Schwimmen in den tosenden Wellen ist abzuraten.

La Gomera: Meerwasserbecken

Gomera ist keine Badeinsel. Wer sich gefahrlos in Atlantikwasser stürzen möchte, kann Meerwasserschwimmbäder besuchen, z. B. in Vallehermoso im Norden und in Hermigua im Nordosten. Mehr Infos zu Badestellen auf der Insel: www.insel-la-gomera.de.

El Hierro: Piscinas de la Maceta

Weite Sandstrände gibt es nicht auf El Hierro, dafür aber Meeresschwimmbäder wie dieses an der Nordostküste: drei Becken, vom Meer in den Fels gegraben, umschäumt von Wellen. Zu erreichen per Auto oder über einen neu angelegten Fußweg, der von Maceta drei Kilometer an der Steilküste entlangführt, mit herrlichen Ausblicken. In den kleineren Bassins planschen Kinder, im großen ist reichlich Platz zum Schwimmen. Ausruhen lässt es sich auf steinernen Plattformen, und ein Stückchen oberhalb kann man auf einem Picknickplatz unterm schattigen Dach Brote auspacken und mitgebrachte Steaks grillen.

Infos zum Unterwasservulkan

Die Bewohner von El Hierro suchen bereits nach Namen für die potenzielle neue Nachbarin: Wenige Kilometer vor der Südspitze ihrer Heimat könnte mit heftigem Vulkangegrummel eine neue Insel auftauchen. Auf Plomo, also Blei, kamen sie, weil die Farbe des Sedimentteppichs, der auf dem Wasser schwimmt, daran erinnert. Eine 4- bis 5-stündige Vulkan-Tour (Englisch und Spanisch) im Kleinbus bietet der Veranstalter Atlantidea. Wenn möglich, geht es auch nach Restinga, von wo man die Ausbrüche des Unterwasservulkans beobachten kann. El Mocanal, C/. Juan Moreno 5/a, Tel. 922-69 81 99, 80 Euro für bis zu 5 Personen. Eine Webcam überträgt das Brodeln live: www.hierroendirecto.movistar.es.

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