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Finnair: Pilot meldet sich zum Dienst - mit 1,5 Promille im Blut

Er sollte einen Airbus von Helsinki nach Rom fliegen. Doch als der Pilot zum Dienst erschien, kam er seinen Kollegen komisch vor. Er musste sich einem Alkoholtest unterziehen. Die Airline zog sofort Konsequenzen.

Ein Airbus von Finnair, der auf dem europäischen Streckennetz zum Einsatz kommt.

Ein Airbus von Finnair, der auf dem europäischen Streckennetz zum Einsatz kommt.

AFP

Zum Glück saß er noch nicht im Cockpit des Airbus A321: ein Flugkapitän der Fluggesellschaft Finnair. Beim Briefing vor dem Abflug am Flughafen Helsinki-Vantaa nach Rom war er der Kabinencrew durch sein ungewöhnliches Verhalten aufgefallen. Aufgrund des Verdachts auf Alkoholmissbrauch verständigten die Kollegen die Behörden. Ein Alkoholtest wurde durchgeführt, der Konzentration von 1,5 Promille Alkohol im Blut ergab.

"Finnair teilte in einer Pressemitteilung mit, dass Angestellte einen Fall von vermuteten Drogenmissbrauch meldeten, und eine Polizeistreife gerufen wurde, um einen Alkoholtest durchzuführen, der den Verdacht bestätigte", schreibt das Portal "Airlive.net".

Alkohol am Steuerknüppel

Zwischenfälle dieser Art bei europäischen Fluglinien sind selten. "Wir nehmen diese sehr ernst", sagt inzwischen eine Pressesprecherin von Finnair, die den Vorfall bestätigte. "In Bezug auf Drogenmissbrauch haben wir eine Null-Toleranz-Politik, die jeden betrifft, der in sicherheitsrelevanten Bereichen arbeitet. Piloten zählen zu dieser Gruppe. Wenn eine Person unter dem Einfluss von Alkohol arbeitet, melden wir dies den Behörden."

Als Konsequenz wurde der alkoholisierte Pilot fristlos entlassen, hieß es weiter. Auch für die Passagiere hatte der Zwischenfall am vergangenen Mittwoch Auswirkungen, denn die Airline forderte eine neue Crew an: Der Start des Finnair-Flugs verzögerte sich nach Airline-Angaben um eineinhalb Stunden.

Vorfall am Flughafen Stuttgart

Erst im März hatte ein Pilot der portugiesischen Fluggesellschaft Tap für eine erhebliche Verzögerung gesorgt. Am Flughafen Stuttgart war einem Flughafenmitarbeiter der "unsichere Gang" und "Alkoholgeruch" eines Besatzungsmitgliedes aufgefallen. Es handelte sich um den Piloten des Fluges mit der Nummer TP523 nach Lissabon. 

Als er bereits im Cockpit des Jets saß, verhinderte die Flugaufsicht Schlimmeres. Er musste seinen Arbeitsplatz verlassen und ihm wurde von den Behörden die Fluglizenz entzogen. Der Flug konnte nicht an jenem Tag durchgeführt werden, alle Passagiere mussten in Hotels untergebracht werden. Sie erreichten ihr Ziel erst mit mehreren Tagen Verspätung.

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Jet Airways Boeing 777
tib

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