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Vulkanausbruch auf Island Aschewolke stört Norwegens Flugverkehr


Nun also doch: Die Aschewolke des neuerlichen Vulkanausbruchs in Island beeinträchtigt auch den Flugverkehr in anderen Ländern. Für heute sind die Flüge zwischen dem norwegischen Festland und der Inselkette Spitzbergen abgesagt.

Wegen der bis zu 20 Kilometer hohen aufsteigenden Aschewolke des Vulkans Grimsvötn kommt es nicht nur auf der Insel Island zu Flugausfällen. Nach Angaben des norwegischen Flughafenbetreibers Avinor in Olso mussten jetzt auch innernorwegische Flüge storniert werden. Dies betreffe vorerst allerdings nur zwei Flüge auf die Inselgruppe Spitzbergen, weit oberhalb des Nordkaps, wie ein Sprecher mitteilte. Zu möglichen Ausfällen am Dienstag könne er noch nichts sagen. Es gebe "ein gewisses Risiko, dass der Westen Norwegens betroffen sein könnte, aber es ist zu früh, dies mit Sicherheit zu sagen".

In Island sind alle Flugplätze vorerst bis Montagabend 19 Uhr geschlossen. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Maßnahme verlängert wird", so Europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol. Wegen des Vulkanausbruchs in Island wurde zudem ein kleiner Teil des Luftraums über der zu Dänemark gehörenden Arktis-Insel Grönland gesperrt. Die Maßnahme sei bis 14 Uhr in Kraft, teilte die dänische Flugsicherungsbehörde Naviair mit. Betroffen ist demnach der Luftraum bis zu einer Höhe von 6000 Metern nördlich von Kulusuk im Südosten Grönlands bis Constable Point im Osten der Insel. Naviair hatte den Luftverkehr im Osten von Grönland bereits am Sonntag eingeschränkt.

Ramsauer verhängt Asche-Grenzwert

Die europäische Flugsicherung Eurocontrol hatte am Sonntagabend in Brüssel erklärt, wenn die Intensität des Ausbruchs des Grimsvötn anhalte, könnte die Aschewolke am Dienstag Schottland erreichen und am Donnerstag Westfrankreich und Nordspanien. Außer der bereits angeordneten Sperrung des isländischen Luftraums sei bis einschließlich Montag aber mit keinen Einschränkungen zu rechnen. "Für den internationalen Flugverkehr ist allerdings erstmal noch Entspannung angesagt", sagt Dominik Jung von Wetterdienst wetter.net .

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat wegen der neuen Aschewolke vorsorglich einen Grenzwert für die Sperrung des Flugverkehrs festgelegt, rechnet aber nicht mit einer dramatischen Lage in den kommenden Tagen. Der CSU-Politiker sagte am Montag in Berlin, er habe Flugverbote ab einer Konzentration von mehr als zwei Milligramm Aschepartikeln pro Kubikmeter Luft verhängt. Werde dieser Wert überschritten, greife ein allgemeines Flugverbot für Düsenflugzeuge.

Der aktivste isländische Vulkan Grimsvötn war am Samstagabend erneut ausgebrochen und hatte Befürchtungen vor einem Szenario wie vor gut einem Jahr beim Ausbruch des Eyjafjallajökull geweckt. Wegen seiner Aschewolke mussten damals fast einen Monat lang große Teile des europäischen Luftraums geschlossen werden, Millionen Reisende in aller Welt saßen fest.

tib/AFP/DPA DPA

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