26.01.2008 - Falklandinseln Vorsicht, Albatros im Anflug

Die See ist rau und das Wetter regnerisch: So empfängt uns New Island auf den Falklandinseln. Ich fühle mich wie ein Albatros, nach einem seiner berüchtigten Bruchlandungen.

Von der Küste ist die Bremen längst nicht mehr zu sehen und der Weg, der zu einer gemischten Brutkolonie von Schwarzbrauenalbatrossen und Felsenpinguinen führt, verliert sich ebenfalls nach 20 Metern im Nebel. Für die Falklandinseln ist das allerdings normal, hier herrscht 250 Tage im Jahr Nebel und Regen.

Trotz des Schmuddelwetters erklimmen wir eine Anhöhe und der Blick ist atemberaubend: Felsenpinguine füttern ihre Küken, Albatrosse gleiten mühelos über die Kolonie und ständig patrouillieren Falkland-Skuas, eine Raubmöwenart, auf der Suche nach Beute die Hänge. Die Küken der Albatrosse gehören nicht mehr dazu, sie sind mittlerweile zu groß und können von ihren Eltern alleine gelassen werden. Die Nester liegen an den Steilklippen, um den Vögeln Auftrieb beim Abflug zu geben. Die Kehrseite davon zeigt sich, wenn ein Altvogel in der Kolonie landet: Fast jede Landung endet in einem Crash, denn auf dem Land ist dies für einen Albatros immer ein gefährliches Unterfangen, bei dem es zu schwereren Unfällen kommen kann. Auf dem Wasser schafft der große Vogel Start und Landung eleganter.

Noch schwerer ist der Rückweg für die Felsenpinguine: Es gilt die tosende Brandung zu überstehen und dann auf den glatten Felsen bis zu 150 Meter hoch zu klettern. An einigen Felsen haben tausenden von Pinguinkrallen tiefe Rillen in den Stein gefräst - ein Indiz dafür, wie lange hier schon Pinguine brüten. Trotz des trüben Wetters entpuppt sich dieser Tag als ein gelungener Auftakt unserer Expedition, eine Vielzahl von Fotomotiven und unsere animalischen Protagonisten haben uns vergessen lassen, wie klitschnass wir geworden sind.

Am Nachmittag bessert sich das Wetter. Der Wind ist zurückgegangen und der Nieselregen hat sich in noch dichtere Nebelfelder verwandelt. Wir landen mit unseren Booten, den Zodiacs, auf West Point im Nordwesten der Falkland Inseln. Erneut erklimmen wir eine Felsklippe, diesmal nach einer etwas beschwerlicheren Wanderung von vier Kilometern. Aber es tut so richtig gut, frische Luft zu tanken und der Weg hat sich eindeutig gelohnt. Im tiefen Tussockgras nähern wir uns der Kolonie. Ähnliche Tiere, aber eine ganz andere Perspektive, eröffnen wunderschöne neue Fotomotive.

Morgen sind wir in Stanley, der einzigen Stadt und zugleich Hauptstadt und Regierungssitz der Falklandinseln. Die Wettervorhersage verheißt auch dort nichts Gutes.

Schiff ahoi

Ihr Michael Poliza

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