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Arabische Emirate: Dubai ist das Über-Morgenland

Das Emirat Dubai ist Drehpunkt zwischen Orient und Okzident. Seine raffinierte Kombination aus Beduinentradition und futuristischen Hotelbauten lockt immer mehr Reisende an.

Eine Reise nach Dubai ist wie ein Trip ins Über-Morgenland: Futuristische Wolkenkratzer glitzern in der Sonne, fast jedes Gebäude beweist spektakuläre architektonische Fantasie. Das Wahrzeichen des Emirats, das Luxushotel 'Burj al Arab', sieht aus, als wäre ein gigantisches Segel zu Glas und Stahl erstarrt. Der "Arabische Turm", der als einziges 7-Sterne-Hotel der Welt gilt, steht auf einer künstlichen Insel mitten im Persischen Golf.Wie eine Welle bäumt sich die Fassade des 'Jumeirah Beach Hotels' am Strand. Und in der gebogenen Außenwand der Nationalbank spiegelt sich das Wasser des Meeresarms Dubai Creek, der den Stadtstaat in alte und neue Viertel teilt.Setzt man über mit einem Dhow, einem traditionellen Holzboot, gelangt man ins quirlige Herz Dubais. Dort pulsiert der Handel in den verwinkelten Märkten namens Suks. Üppig dekorierte Armreifen, Ohrringe und Colliers in sattem Gelb funkeln aus Dutzenden Schaufenstern im Gold-Suk, dem größten Goldmarkt der Welt. "Schöne Rolex-Uhren", wirbt ein dunkelhäutiger Verkäufer vor seinem Laden. "Nur 20 Dollar", fügt er in schmeichelndem Verschwörer-Ton hinzu, "beste Kopie". Echt wirkende Plagiate von Luxus-Handtaschen werden in Hinterhöfen geboten, wo Touristen und Verkäufer dann lautstark um den Preis ringen. Ein paar Gassen weiter, im Gewürz-Suk, strömt der Duft von Kümmelkörnern, Ingwerwurzeln oder Anissternen aus großen Rupfensäcken.

Umstieg direkt vom Kamel aufs Luxusauto

Ein Museum illustriert, was Dubai seit der ersten Besiedlung vor rund 7.500 Jahren bis vor gut vier Jahrzehnten war: ein Fischerdorf. Dort lebten die Menschen ferner von Viehzucht, Dattelanbau oder Perlentaucherei. Mitte der sechziger Jahre wurde Öl entdeckt. Der rasante Aufbruch in den Reichtum begann. Die Bewohner Dubais stiegen quasi vom Kamel direkt auf Luxusautos um.

Das Emirat im Schnittpunkt von Orient, Asien und dem Westen versteht sich als Drehscheibe des Mittleren Ostens. Eine raffinierte Kombination aus Beduinentradition und Progressivität lockt Reisende aus aller Welt. Neuere Hotels wie 'Mina A'Salam' oder 'Royal Mirage' sehen aus wie alte arabische Paläste, bieten aber allen modernen Luxus. Die Außenfassaden sind schlicht sandfarben, im Innern lieben es die Hoteliers prunkvoll: üppige Farben, dunkle Hölzer, glänzendes Gold. Tourismus und Handel sind mittlerweile die Haupteinnahmequellen Dubais.

Sieben Mal so viele Touristen wie 1991

Die Zahl der Reisenden stieg seit 1991 von 0,7 Millionen auf 4,8 Millionen im vergangenen Jahr. 170.000 Gäste aus Deutschland reisten 2002 in das zweitgrößte der sieben Vereinigten Arabischen Emirate. "Bis 2010 steigt die Zahl der Touristen auf 15 Millionen", prognostiziert Hamad bin Medschren, Manager bei der staatlichen Tourismusstelle DTCM. Dubai garantiert 363 Sonnentage im Jahr, das Meer ist klar und der Sandstrand fein. Außerdem ist die Stadt laut Interpol eine der sichersten Metropolen der Welt. Und in den Shopping-Meilen findet sich aller internationaler Luxus.

Dahinter steckt eine Herrscherfamilie mit Visionen

Für noch mehr Sogwirkung sollen Superlativ-Projekte sorgen:Mitten im Golf entstehen künstliche Insellandschaften mit Nobelhotels und Luxusvillen. Das erste Areal, 'The Palm', ist komplett aufgeschüttet; eine weitere Palme folgt. Dubais Herrscher, Scheich Mohammed bin Raschid el Maktum, hat 'The World' entworfen, 223 künstliche Inseln in Form der Erdkugel. In dem aufstrebenden Stadtstaat sollen außerdem das erste Unterwasserhotel der Welt und der höchste Turm der Erde mit 560 Metern errichtet werden.Der Clan der al-Maktums, der seit 1833 regiert, treibt den Aufbau Dubais ungeduldig voran. "Die Herrscherfamilie hatte und hat Visionen", sagt Marketing-Manager Medschren, "sie plant schon jetzt für 2020". Geld spielt bei den ehrgeizigen Projekten keine Rolle, der Drang zur Einzigartigkeit dagegen schon. So wird im Wüstenstaat Dubai gerade die längste Innenraum-Skipiste der Welt gebaut. "Den Schnee importieren wir dann aus Europa", scherzt Medschren.

1001-Nacht-Exotik

Das Emirat will das Land der Träume sein und Touristen alles bieten, was sie sich unter Luxus und Exotik aus 1001 Nacht vorstellen - auch türkischen Bauchtanz, der in Dubai keinerlei Tradition hat. Für Sportler ist der Stadtstaat ein Paradies: schwimmen, surfen, segeln, tauchen, reiten oder golfen sind nur einige der zahllosen Möglichkeiten. Wer mehr Natur erleben will, sollte auf Wüstensafari gehen und im Jeep oder auf dem schwankenden Rücken eines Kamels durch das Emirat in der Größe Österreichs schaukeln.Den Islam erlebt man als Tourist in Gestalt von prachtvollen Moscheen, einiger schwarz verschleierter Frauen oder Männern mit Turbanen in weißen Gewändern. Kleider- oder Verhaltensvorschriften für Ausländer gibt es nicht. Alkohol wird nur in Hotels oder Bars ausgeschenkt.

Irene Preisinger
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