Drive-in Kirche Gott für unterwegs


Ob Fastfood oder Hochzeiten: In den USA kann fast alles vom Auto aus bestellt werden. Auch eine Kirche lockt ihre Schäfchen mit Drive-in-Service und Messwein in Pappbechern.

Die Szenerie erinnert eher an ein Autokino denn an eine Kirche. Doch auf dem Rasen des ehemaligen Lichtspieltheaters in Daytona Beach kuscheln nicht etwa Pärchen im Lichtstrahl des Filmvorführers; es sind Familien und Rentner, die dort andächtig dem Wort Gottes lauschen. Seit 51 Jahren genießt die Gemeinde von Pfarrer Larry Deitch den außergewöhnlichen Service der Daytona Drive-in Church. Ursprünglich wurde die Kirche errichtet, um Touristen zu einem Gebet zwischendurch zu animieren, aber mittlerweile kommen auch regelmäßig Einheimische zum Gottesdienst.

So groß wie fünf Fußballplätze

Statt von der Kanzel predigt Pfarrer Deitch dabei von der Terrasse seiner Open-Air-Kirche, übertragen werden seine Worte per Radiosignal, das aus tragbaren Lautsprechern in die Interieurs schallt. Um auch nichts von der Zeremonie zu verpassen, trägt selbst der Kollektensammler Funkkopfhörer. Damit die Gläubigen selbst beim Abendmahl ihr Auto nicht verlassen müssen, werden ihnen Brot und Wein bereits an der Einfahrt des 4,75 Hektar großen Geländes gereicht, das etwa so groß ist wie fünf Fußballplätze. Allerdings haben die Pappbecher mit dem Wein nur Größe eines Schnapsglases, damit die Fahrer wieder sicher nach Hause finden. Den größten Vorteil der Drive-in-Kirche in Florida genießen Cabrio-Fahrer: Sie können selbst beim Vaterunser noch ein Sonnenbad genießen.

Claudia Pientka

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