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Oldtimertreffen Concorso d'Eleganza: Die Lieblingsautos der Superreichen

Auf dem Concorso d'Eleganza am Comer See zeigen die Reichen und Schönen jedes Jahr im Mai die exklusivsten Oldtimer. Willkommen in einer Szenerie wie aus einer Parallelwelt.

Die strahlenden Sieger in einem Alfa Romeo 6C.

Die strahlenden Sieger in einem Alfa Romeo 6C.

Die legendäre Villa d'Este am Westufer des Comer Sees ist im Frühjahr einer der schönsten Plätze Europas. Wenn hier alljährlich im Mai der Concorso d'Eleganza stattfindet, ist die Oldtimerwelt in Wallung. Multimillionäre sind aufgeregt wie Schulbuben, wenn die Juroren die eigenen Retro-Spielzeuge inspizieren.

Jahrelang wurden die automobile Kostbarkeit mit gigantischem Aufwand gehegt und gepflegt. Restauriert und poliert strahlt sie nun in der gelblich schimmernden Sonne Norditaliens im Park der Villa d'Este und will beurteilt sein. Viele Besitzer haben lange darauf gewartet, ins europäische Oldtimer-Mekka eingeladen zu werden. Alles soll perfekt sein - meistens ist es das. Das eigene Werkstattteam hat die zumeist sündhaft teuren Oldtimer mit Flugzeugen und Spezialtransportern aus der ganzen Welt nach Cernobbio gebracht. Es geht nicht nur um Geld, sondern in erster Linie um Image und Anerkennung in der Oldtimerszene.

Wer etwas auf sich und seine Sammlung hält, der muss sich am Comer See oder dem Concorso d'Eleganza von Pebble Beach in Kalifornien den strengen Juroren stellen. Eine Parallelwelt, von der keiner ganz genau weiß, wie sie wirklich funktioniert. Doch nur wer sich ihr unterwirft, gelangt zu automobilem Ruhm und Ehre. Für Norbert Seeger aus Liechtenstein läuft es an diesem Morgen in der Rolls-Royce-Klasse alles andere als perfekt. Sein bräunlich schimmernder Rolls-Royce Wraith von 1938 mit einer Karosserie von Park Ward und ungewöhnlichem Rattanmuster auf den Fondtüren glänzt im Bestzustand.

"Bei diesem Wraith handelt es sich um ein Einzelstück", erläutert Norbert Seeger, "schauen sie nur die Opernleuchten." Diese sorgten in den 30ern für eine spektakuläre Vorfahrt mit gedämmten Licht vor Oper und Theater bevor der Chauffeur die Fondtüren für die Gäste öffnete. Auf Geheiß drückt Norbert Seeger den Starter des 4,3 Liter Triebwerks. Ohne ein Mucken säuselt der Sechszylinder los, als sei er gestern erschaffen worden. Als einer der kritischen Preisrichter nach einem polierten Dachgriff hinter dem Chauffeurabteil fragt, öffnet Norbert Seeger bereitwillig und lässt wie von Geisterhand das Volantdach nach vorne ausfahren.

Rolls Royce Silver Cloud rollt zur Parade.

Rolls Royce Silver Cloud rollt zur Parade.

Unruhe bei den Juroren, als das targaähnliche Dach den Führerstand überdeckt. Es ist dreckig - das war es mit einer Bestplatzierung. Der Concorso hat seine eigenen Regeln. Perfektion ist hier das mindeste. Die gibt es beim spektakulären Alfa Romeo 6C 1750 GS von 1931, der ein paar Jahre nach seiner Geburt von Karosseriespezialist Aprile in Savona aerodynamisch individualisiert wurde. Das sichert ihm den Publikumspreis Coppa d'Oro.

Die rund 50 Klassiker, die in neun Klassen aus verschiedenen Epochen gegeneinander antreten, sind in ihrer Art einzigartig. Und auch wenn die meisten Automobile wie der Alfa Romeo 6C 1750 GS von Corrado Lopresto oder der ungewöhnliche Hudson Italia Prototype H01 aus dem Jahre 1953 von Jan Dyck echte Schönheiten sind - es geht auch anders. Bisweilen reicht es einfach aus, ungewöhnlich zu sein. So kann man über die Pagode des Mercedes 230 SL mit der einzigartigen Pininfarina-Karosse von 1964 noch geteilter Meinung sein. Unikate wie der 1969er Fiat Abarth 2000 Scorpione oder besonders der Fiat 132 Aster von 1972 in kernigem Giftgrün dürften von der breiten Masse eher belächelt, denn bestaunt werden.

Alexander Schaufler ist seit Jahren eine feste Größe in der Oldtimerszene. Der Österreicher kann sich nicht nur für Oldtimerrallyes in den Alpen erwärmen; er gehört mit seinen exklusiven Klassikern mittlerweile fest zu einem Concorso. 2012 hat er mit seinem Doppelpack aus Rolls-Royce EX 17 Sports Tourer und einem einzigartigen Mercedes 500 K in Pebble Beach für Aufsehen gesorgt; auch wenn es für den Sieg letztlich nicht reichte. Der Wiener Oldtimerliebhaber hat auf dem Concorso am Comer See mit einem seltenen Hispano-Suiza H6 B von 1922 einmal mehr einen großen Auftritt. "Es ist einfach spannend, in die Geschichte der einzelnen Autos einzutauchen", sagt Schaufler, ebenso wie sein Auto einmal mehr im Retrolook perfekt gestylt, "das bieten neue Autos einfach nicht." Grandios: der Maserati V4 Zagato aus dem Jahr 1929 mit einem einzigartigen 16-Zylinder-Motor - das einzige noch erhaltene Exemplar des seinerzeit schnellsten Rennautos der Welt.

Doch es gibt auf den Geländen von Villa d'Este und der benachbarten Villa Erba nicht nur spektakuläre Klassiker, sondern auch kaum weniger aufregenden Studien oder Kleinserien zu bestaunen. Höhepunkte in diesem Jahr der Mini Superleggera Vision, der Maserati Alfieri und der BMW Vision Future Luxury als Ausblick auf die nächste Siebener-Generation. Exklusiv: das blaue Rolls-Royce Drophead Coupé der Waterspeed Collection, das an die Rennerfolge von Sir Malcom Campbell erinnern soll, der in den 30er Jahren zeitgleich Rekorde auf dem Wasser, in der Luft und auf der Straße hielt. Jedes der 35 Modelle ist bereits verkauft.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.