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White Island Ein Jahr nach der Katastrophe: Neuseeland erinnert an den verheerenden Vulkanausbruch mit 22 Toten





Diese Augenzeugenaufnahmen vom Vulkanausbruch in Neuseeland gehen ins Mark.


Michael Schade aus Kalifornien erlebt den Ausbruch auf der Vulkaninsel White Island am eigenen Leib mit und nimmt diese Szene auf.


Er ist mit einer Gruppe Touristen für einen Ausflug vor Ort.


Seine Reisegruppe hat großes Glück:


Der Amerikaner schreibt auf Twitter, dass er selbst keine 30 Minuten vor Ausbruch am Krater des Vulkans stand.


Während der Eruption halten sich auf der kleinen Insel laut Polizei sowohl ausländische Besucher als auch Einheimische auf.


Die genaue Zahl sei nicht bekannt, aber Medienberichten zufolge sind weniger als 50 Menschen auf der Insel. Mehr als 30 davon seien Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs gewesen.


Ein Bild zeigt offenbar einen abgestürzten Hubschrauber.


Laut der Polizei sind beim Ausbruch mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.


Die anderen 18 Evakuierten sollen alle verletzt worden sein, viele mit schweren Verbrennungen.


Die Besucher seien von dem plötzlichen Vulkanausbruch am frühen Nachmittag überrascht worden.


White Island ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Jedes Jahr besuchen etwa 10.000 Menschen den Vulkan. Den letzten Ausbruch gab es 2016.
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Am Jahrestag des verheerenden Vulkanausbruchs in Neuseeland mit 22 Toten hat das Land bei einer Gedenkfeier an die Opfer erinnert. Auch ein deutscher Tourist ist unter den Opfern zu beklagen, der an den Spätfolgen verstarb.

Vor genau einem Jahr: Der Vulkan Whakaari war am 9. Dezember 2019 ausgebrochen, als sich 47 Touristen auf der kleinen Insel vor der neuseeländischen Nordinsel aufhielten. Unter ihnen waren vier Deutsche sowie Besucher aus Australien, China, Malaysia, den USA und Großbritannien. Im November war bekannt geworden, dass ein deutscher Tourist im Juli an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben ist. 25 Menschen waren bei der Eruption verletzt worden. 

Die Gedenkfeier wurde live im Fernsehen übertragen. Wegen der Corona-Pandemie musste sie zunächst in kleinem Rahmen stattfinden. Angehörige der Opfer und Überlebende hatten Videobotschaften geschickt. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sprach am Mittwoch in einer Rede von einem "außerordentlich herausfordernden Ereignis".

Sie dankte all denen, die sich in Gefahr begeben hätten, um den Menschen auf der Insel White Island zu helfen. "Die Auswirkungen dieses Ausbruchs waren hier bei uns zu spüren, aber auch im Ausland. Die meisten Menschen auf der Insel an diesem Tag waren Besucher."

Neuseeland liegt auf dem Pazifischen Feuerring

Der Feuerberg war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv gewesen, trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Touristen hin. Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. 

Erst vor wenigen Tagen hat die örtliche Arbeitsschutzbehörde Anzeige gegen zehn Reiseveranstalter und drei Personen erstattet. Bei einer Untersuchung war festgestellt worden, dass die Organisatoren von Touren nach White Island den gesetzlichen Sicherheitsverpflichtungen nicht nachgekommen sein sollen.

Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Es war der erste tödliche Ausbruch des 320 Meter hohen Feuerbergs seit 1914. Damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben.

tib/DPA

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