Fußball-WM 2010 Achtung, fertig, Anstoß!


Zum ersten Mal wird eine Fußballweltmeisterschaft in Afrika ausgetragen. stern.de erklärt im Ratgeber Südafrika, wie Sie an Tickets kommen, ob die Stadien fertig werden und warum das Maskottchen Zakumi heißt.
Von Stephanié Souron

Wo und wann komme ich an Tickets?

Wo? Die einfachste Variante Tickets zu bestellen, ist online auf www.fifa.com. Wann? Die ersten vier Verkaufsphasen sind abgeschlossen. Seit dem 15. April und bis zum Endspiel am 11. Juli werden in der Last-Minute-Verkaufsphase noch verfügbare Karten in der Reihenfolge des Bestelleingangs bearbeitet. Die Übergabe der Eintrittskarten erfolgt allerdings direkt an der Verkaufsstelle in Südafrika. Wieviele? Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man kauft die Tickets seiner Wahl einzeln oder eine Serie von mehreren Tickets der gleichen Mannschaft. Weitere Informationen zu Tickets und Preisen unter: http://de.fifa.com
Einzel-Eintrittskarten: Jeder darf für maximal sieben Spiele, je vier Einzel-Eintrittskarten kaufen.
Eröffnungsspiel: 200-450 US-Dollar
Gruppenspiele: 80-160 US-Dollar
Achtelfinalspiele: 100-200 US-Dollar
Viertelfinalspiele: 150-300 US-Dollar
Halbfinalspiele: 250-600 US-Dollar
Finalspiel: 400-900 US-Dollar
Teamserien-Tickets (TST): Das sind Serien-Eintrittskarten, mit denen man der Nationalmannschaft seiner Wahl folgen kann. Je nachdem, welche Teamserien-Tickets man bestellt, umfasst die Serie drei bis sieben Spiele. Man kann maximal vier Teamserien-Tickets bestellen. Falls die eigene Mannschaft ausscheidet, das Teamserien-Ticket jedoch noch weitere Runden umfasst, bleibt das Ticket gültig. Man kann damit der Mannschaft folgen, die in die nächste Runde des Wettbewerbs einzieht.
TST-3: 264-528 US-Dollar
TST-4: 374-748 US-Dollar
TST-5: 539-1078 US-Dollar
TST-6: 814-1738 US-Dollar
TST-7: 1254-2728 US-Dollar

In welchen Stadien wird gespielt?

DURBAN, Moses-Mabhida-Stadion: Nach dem Ende der Apartheid war der King’s Park in Durban der Austragungsort des ersten Spiels der südafrikanischen Nationalelf. Das Stadion ist längst abgerissen, doch an seiner Stelle entsteht gerade das neue Moses Mabhida-Stadion. Entworfen wurde das beeindruckende Bauwerk von den deutschen Architekten gmp (Gerkan, Marg und Partner). In 104 Metern Höhe spannt sich ein Stahlbogen über das Stadion. Eine Seilbahn soll später Besucher zum Scheitelpunkt des "skywalks" bringen, damit sie von hier den spektakulären Blick über das Stadion, die Stadt und den Indischen Ozean genießen können.
WM-Spiele: fünf Gruppenspiele, ein Achtelfinal- und ein Halbfinalspiel JOHANNESBURG, Ellis-Park-Stadion: Seinen Namen hat das 1928 erbaute Rugbystadion von J.D. Ellis, dem damaligen Stadtrat von Johannesburg. Seit 1982 nutzen auch Fußballspieler Ellis-Park. Für die WM wurde es zwar in Coca-Cola-Park-Stadion umgetauft, aber nur geringfügig umgebaut. Vor allem die Sitzkapazität wurde erhöht.
WM-Spiele: fünf Gruppenspiele, ein Achtelfinal- und ein Viertelfinalspiel JOHANNESBURG, Soccer City : Eines der WM-Wahrzeichen ist das Soccer City Stadion, hier findet auch das Eröffnungsspiel und das Finale statt. Es hat eine beeindruckende Fassade, die an einen afrikanischen Tontopf erinnern soll. Soccer City existiert bereits seit Mitte der 80er Jahre. Es steht mitten im Stadtteil Soweto, der nach den blutigen Unruhen von 1976 zum Symbol des Kampfs gegen die Apartheid wurde. 1990 fand hier Nelson Mandelas erste Massenkundgebung nach seiner Freilassung statt. Gleich neben dem Stadion ist der Sitz des südafrikanischen Fußballverbandes: das SAFA House.
WM-Spiele: vier Gruppenspiele, ein Achtelfinal-, ein Viertelfinal-, das Eröffnungs- und Endspiel KAPSTADT, Green-Point-Stadion: Hinter dem Green-Point-Stadion recken sich die Tafelberge in den Himmel, daneben klatscht der Atlantik an die Küste. Deswegen zählt es zu den schönsten Spielorten der WM. Von der Innenstadt aus kann man zu Fuß ins Stadion laufen. Noch befindet sich das von den deutschen Architekten gmp (Gerkan, Marg und Partner) geplante Stadion im Bau. Die Fertigstellung des Umbaus ist für Dezember 2009 geplant.
WM-Spiele: fünf Gruppenspiele, ein Achtelfinal- und ein Halbfinalspiel BLOEMFONTEIN, Free-State-Stadion: Obwohl das Stadion nicht zu den größten Austragungsorten gehört, werden die Spiele hier wohl sehr laut bejubelt werden: Die Fußball-Fans dieser Region gelten als die enthusiastischsten des Landes. Seit dem Jahr 1952 ist das Free-State-Stadion der Heimspielort für die Rugby-Mannschaften der "Free State Cheetahs" und der "Central Cheetahs".
WM-Spiele: fünf Gruppenspiele und ein Achtelfinalspiel PORT ELIZABETH, Nelson Mandela Bay-Stadion : Das Nelson-Mandela-Bay-Stadion ist eines von fünf Stadien, die für die Fußball-WM 2010 komplett neu errichtet wurden. Verantwortlich für den Entwurf sind, wie in Durban und Kapstadt, die deutschen Architekten gmp (Gerkan, Marg und Partner). Im Gegensatz zu den anderen vier Neubauten war dieses Stadion bereits ein Jahr vor Beginn der WM fertig. Die markante, blattähnliche Dachkonstruktion soll vor Sonne und Wind schützen.
WM-Spiele: fünf Gruppenspiele, ein Achtelfinal- und ein Viertelfinalspiel und das Spiel um den dritten Platz NELSPRUIT, Mbombela-Stadion: Mbombela ist ein Wort aus der siSwati-Sprache und bedeutet wörtlich "viele Menschen zusammen auf kleinem Raum". Das Mbombela-Stadion befindet sich noch im Bau. Es liegt nur zwölf Kilometer vom Flughafen Kruger-Mpumalanga entfernt. Nach den Fußballspielen kann man von hier also direkt auf Safari gehen.
WM-Spiele: vier Gruppenspiele POLOKWANE, Peter-Mokaba-Stadion: Die Architektur des Stadions soll an einen Baobab-Baum erinnern. Benannt wurde es nach dem verstorbenen Peter Mokaba, einem politischen Aktivisten aus der Zeit der Apartheid. Das Stadion liegt in der Provinz Limpopo, in der die meisten im Verband gemeldeten Fußballer des Landes leben.
WM-Spiele: vier Gruppenspiele
RUSTENBERG, Royal-Bafokeng-Stadium: Umgeben von weitem Grasland und Hügelketten ragt das Royal Bafokeng Stadion weit sichtbar in die Landschaft. Das Schmuckstück unter den WM-Stadien ist nach dem Eingeborenenstamm der Royal Bafokeng Nation benannt, in dessen Besitz es sich befindet. Errichtet wurde es anlässlich der Rugby Weltmeisterschaft 1995 und zählt noch heute zu den modernsten Stadien des Landes. Für die WM wurde lediglich die Sitzplatzkapazität erhöht.
WM-Spiele: fünf Gruppenspiele und ein Achtelfinalspiel PRETORIA, Loftus-Versfeld-Stadion: Das Stadion im Herzen von Pretoria zählt zu den ältesten Stadien Südafrikas. Bereits 1903 wurde der Platz, auf dem das heutige Stadion steht, für Sportveranstaltungen genutzt. Benannt wurde es nach Robert Owen Loftus Versfeld, der den organisierten Sport in Prätoria begründet hat.
WM-Spiele: Fünf Gruppenspiele und ein Achtelfinalspiel.

Gibt es Public Viewing?

Kostenlose Spielübertragungen auf Großleinwänden sind geplant, aber noch nicht konkret umgesetzt. Die Fifa erarbeitet zudem gerade ein Konzept für offizielle Fanparks. Nähere Angaben dazu werden im Verlauf des Jahres veröffentlicht. Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in Südafrika übrigens verboten und wird streng bestraft. Die Behörden denken jedoch darüber nach, die Regelung zur WM zu lockern. In den Stadien und beim Public Viewing darf dann unter Umständen Alkohol getrunken werden.

Was bedeutet das Maskottchen Zakumi?

Er sieht nicht viel geistreicher aus als der Löwe "Goleo", der bei der WM 2006 durch die deutschen Fußballstadien turnte. Im Gegensatz zu Goleo trägt Zakumi aber immerhin eine Hose. Trotzdem ist nicht ganz klar, ob es sich bei dem Maskottchen um einen Geparden (wegen der Punkte auf dem Fell) oder einen Löwen (wegen der Mähne) handelt. Sein Name setzt sich zusammen aus den zwei Buchstaben "ZA", die für Südafrika stehen, und "kumi", was in vielen afrikanischen Sprachen "zehn" bedeutet.


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