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Festnahmen in Südkorea: 1600 Hotelgäste heimlich gefilmt – und die Aufnahmen live im Internet gestreamt

"Molka" heißt das Phänomen in Südkorea, bei dem Menschen heimlich und illegal gefilmt werden, zum Beispiel beim Sex. Jetzt sind vier Personen aufgeflogen, die intime Livestreams von rund 1600 Hotelgästen produziert haben sollen.

Ein Paar in einem Hotelbett (Festnahmen in Südkorea: Hotelgäste heimlich gefilmt – und Aufnahmen live im Internet gestreamt)

Rund 800 Paare sollen in südkoreanischen Hotels heimlich und illegal unter anderem beim Sex gefilmt worden sein (Symbolbild)

Picture Alliance

Die südkoreanische Polizei hat zwei Männer festgenommen, die für einen handfesten Skandal in rund 30 Hotels im ganzen Land verantwortlich sein sollen. Das berichtet unter anderem der US-Sender CNN. Gegen zwei weitere Personen wird demnach ermittelt.

Die Beschuldigten sollen in rund 40 Zimmern versteckte Mini-Kameras platziert haben. Die heimlich gemachten Aufnahmen der Gäste – unter anderem beim Geschlechtsverkehr – sollen sie mehrere Monate lang live über eine Pay-TV-Angebot im Internet ausgestrahlt haben. Insgesamt seien rund 1600 Menschen Opfer der Spionage geworden, teilte die Polizei CNN mit.

Die Mini-Kameras seien unter anderem in Wandsockeln, Haartrocknern oder Fernsehboxen versteckt gewesen. Auf veröffentlichten Bildern ist zu sehen, dass sie die Linsen nur stecknadelkopfgroß sind. Die Betreiber der Hotels sollen nichts von dem illegalen Treiben gewusst haben.

Nicht der erste Fall heimlicher Filmerei in Südkorea

"Es gab zwar schon ähnliche Fälle in der Vergangenheit, in denen Menschen heimlich gefilmt wurde, aber dies ist das erste Mal, dass die Videos live ins Internet übertragen wurden", zitiert CNN einen Polizeisprecher.

Die Pay-TV-Plattform, auf der die Aufnahmen der Hotelgäste verbreitet wurden, soll dem Bericht zufolge mehr als 4000 Mitglieder haben. Rund 100 von ihnen sollen eine monatliche Gebühr von umgerechnet etwa 40 Euro für "exklusive Inhalte" gezahlt haben, zum Beispiel für bearbeitete Aufnahmen von Sex-Szenen. Die nun verhafteten Betreiber sollen durch die illegalen Spionagestreams gut 5200 Euro verdient haben

Südkorea leidet seit Jahren unter dem Phänomen heimlich mit Überwachungskameras aufgenommener Videos. Es ist in dem asiatischen Land unter dem Begriff "Molka" bekannt. Die meist männlichen Täter platzieren die Kameras dabei beispielsweise auf öffentlichen Toiletten oder in Schulen. 2017 wurden in Südkorea mehr als 5400 Verdächtige wegen solcher "Molka" festgenommen. Weniger als zwei Prozent der Täter wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.

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Quellen: CNN, Nachrichtenagentur AFP

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