HOME

Katastrophe in Kathmandu: Pilot raucht im Cockpit - und verursachte eine Bruchlandung mit 51 Toten

Vor knapp einem Jahr stürzte ein Flugzeug im Landeanflug auf Kathmandu mit 71 Insassen ab. Jetzt liegt der offizielle Untersuchungsbericht des Unglücks vor, der den Piloten schwer belastet.

Bergungsarbeit am Rande des Tribhuwan International Airport bei Kathmandu: das Leitwerk der im März 2018 abgestürzten Dash 8-400

Bergungsarbeit am Rande des Tribhuwan International Airport bei Kathmandu: das Leitwerk der im März 2018 abgestürzten Dash 8-400

AFP

Es passierte am 12 März 2018: Die aus Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, kommende Propellermaschine vom Typ de Havilland Dash 8-400 geriet bei ihrem zweiten Versuch eines Landeanflugs auf den Flughafen von Kathmandu "außer Kontrolle". Augenzeugen berichteten, dass das Propellerflugzeug der Airline US-Bangla unweit des Rollfelds auf den Boden prallte, über ein Fußballfeld rutschte und anschließend in Flammen aufging.

Den Rettern bot sich damals ein Bild des Grauens: Aus dem brennenden Wrack beim Tribhuwan International Airport (TIA) konnten von den 67 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern nur 31 Menschen gerettet werden, von denen einige im Krankenhaus an den Folgen des Unglücks ums Leben kamen. Sowohl die Cockpit- als auch die Kabinen-Crew starben. Am Ende überlebten nur 20 Personen die Flugzeugkatastrophe.

In einem vorläufigen Untersuchungsbericht hieß es, dass das Flugzeug nur die Erlaubnis hatte, von Süden den Airport anzufliegen. Die Piloten versuchten aber aus nördlicher Richtung zu landen. Die "Kathmandu Post" berichtete später, dass der Pilot "während des gesamten Fluges unter schweren seelischem Stress litt."

"Die Landung wurde in absoluter Verzweiflung durchgeführt"

Der jetzt vorgelegte Abschlussbericht des nepalesischen Ministeriums für Kultur, Tourismus und Zivilluftfahrt bestätigt die schlimmsten Befürchtungen. Auf den 53 Seiten heißt es, "dass die wahrscheinliche Unfallursache auf den teilweise kompletten Verlust der Orientierung" zurückzuführen sei. "Die Landung wurde in absoluter Verzweiflung durchgeführt, nachdem die Piste in unmittelbarer Nähe und geringer Höhe gesichtet wurde." Auch "wurde kein Versuch unternommen, ein Durchstartmanöver einzuleiten."

Nach dem Crash war der Flughafen gesperrt, aber schon bald starten und landeten wieder die Flugzeuge

Nach dem Crash war der Flughafen gesperrt, aber schon bald starten und landeten wieder die Flugzeuge

AFP

Die Aufzeichnungen des Stimmen-Recorders belegen auch, dass sich der Pilot entgegen gesetzlicher Bestimmungen im Cockpit eine Zigarette angesteckt hatte, wie die "Hindustian Times" berichtet.

Durch einen anderen Medienbericht der "Kathmandu Post" kam an die Öffentlichkeit, dass der Pilot , der zuvor im Dienst der Bangladesh Air Force stand, unter Depressionen litt. 1993 soll er "nach einer psychiatrischen Untersuchung vom Dienst suspendiert" worden sein. Allerdings sei er im Jahre 2002 von einem Psychiater wieder als flugfähig eingestuft worden. Auch seien in den medizinischen Berichten zwischen den Jahren 2012 und 2017 keine Symptome einer Depression erwähnt worden.

Die Fluglinie US-Bangla mit Sitz in Dhaka war im Juli 2014 unter dem Motto "Flieg schnell, flieg sicher" auf den Markt gekommen. Das 17 Jahre alte Flugzeug gehörte einmal zur Flotte von Augsburg Airways, einer deutschen Fluggesellschaft, die vor mehr als fünf Jahren ihren Betrieb einstellte.

Quellen: "Kathmandu Post" , Nepali Ministry of Culture, Tourism and Civil Aviation und "Hindustian Times"

Lesen Sie auch:

Der Flughafen in Lukla
tib

Wissenscommunity