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Glück im Unglück in Nepal: Zaun fängt Flugzeug nach verpatzter Landung auf

Nach einem Inlandsflug in Nepal versucht ein Pilot mehrmals, seine Maschine auf der Piste aufzusetzen - vergeblich. Am Ende schießt er über die Piste hinaus. Es ist nicht das erste Mal, dass es zu einem Unglück dieser Art kommt.

Tara Air gehört zu den nepalesischen Fluggesellschaften, die mit sogenannten STOL-Flugzeugen für Flugverbindungen in die unwegsamen Regionen des Himalaya-Staates sorgen, wobei die Abkürzung für "Short Take Off and Landing" steht. Deshalb gehören zur Flotte der in beheimateten Airline Propellerflugzeuge vom Typ Twin Otter und Dornier, die auch auf Flughäfen mit sehr kurzen Pisten operieren können.

Als am Samstag eine Twin Otter der kanadischen Herstellers Havilland vom Typ DHC-6-300 von Nepalgunj im Süden, dicht an der Grenze zu gelegen, nach Jumla im Westen des Landes flog, verlief zunächst alles nach Plan. Die Propellermaschine mit 18 Passagieren und drei Besatzungsmitgliedern an Bord sollte auf dem 2300 Meter hochgelegenen Airport mit einer nur 660 Meter langen Bahn landen.

Doch die Cockpit-Besatzung hatte am Ende des Landesanflugs die Maschine nicht voll unter ihrer Kontrolle. Ein auf Youtube hochgeladenes Video zeigt, wie die Twin Otter viel zu spät aufsetzt und dann nicht zum Stehen kommt. Stattdessen hebt die Maschine immer wieder kurz ab und hüpft mehrmals über die asphaltierte Piste, bis sie ungebremst über das Ende der Landebahn hinausschießt. Erst ein Flughafenzaun fängt das Flugzeug auf.

"Zum Glück gab es keine Verletzten", schreibt der "Aviation Herald" auf seiner Webseite. Alle Personen an Bord seien in Sicherheit. Jedoch erlitt das Flugzeug "erhebliche Schäden an der Frontpartie und dem Bugfahrwerk." Weiter heißt es: " Der Flughafen berichtete, dass das Flugzeug bei der Landung einen Reifenschaden erlitt und unkontrollierbar wurde."

Die Angst fliegt in Nepal immer mit

Erst im Februar 2016 war eine Twin Otter von Tara Air nach dem Start in Pokhara abgestürzt. Keiner der 20 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder überlebte den Absturz. 2011 war eine Dornier Do-228 derselben Fluggesellschaft bei der Landung auf dem Simikot Airport schwer beschädigt worden. Und durch einen Pilotenfehler zerschellte 2010 eine Twin Otter von Tara Air auf dem Weg nach Kathmandu an einem Berg - eine Flugzeugkatastrophe mit 22 Todesopfern.

Auf dem größten Airport im Lande, dem internationalen Flughafen von Kathmandu, kamen am 12. März diesen Jahres bei der Landung einer Passagiermaschine aus Bangladesch 51 Menschen ums Leben und 22 weitere wurden schwer verletzt. Die Maschine vom Typ Dash 8-400 des kanadischen Herstellers Bombardier war auf dem Weg von Dhaka nach Kathmandu in der Nähe der Piste auf ein Fußballfeld gestürzt und in Flammen aufgegangen.

Einen weiteren Totalverlust gab es im März 2015: Wegen dichten Nebels konnte ein aus Istanbul kommender Airbus A330 von Turkish Airlines nicht landen und kreiste über Kathmandu. Als der Jet dennoch zur Landung ansetzte, verpatze die Cockpit-Crew das Manöver: Es kam zur Bruchlandung. Die 223 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder konnten sich über die Notrutschen retten. 

Allerdings wurde das Großraumflugzeug so stark beschädigt, dass sie abgeschrieben werden musste. Heute steht der Airbus im Nepal Aviation Museum am Rande des Flughafens und stellt die Hauptattraktion für Besucher dar.

tib

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