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Tenzing-Hillary-Airport Pilot unter den Opfern: Flugzeug zerschellt in Nepal am Berg


Der Flughafen von Lukla im Himalaya gehört zu den gefährlichsten der Welt. Am Samstag flog eine Maschine der Summit Air viel zu tief, streifte Bäume und krachte in den Abgrund. 

Wer zum Basislager des Mount Everest möchte, fliegt meistens bis zum Ort Lukla. Von dort geht es zu Fuß weiter zum höchsten Berg der Erde. Doch der Landeanflug auf den in Erinnerung an die Everest-Erstbesteiger benannten Tenzing-Hillary-Airport gilt als einer der schwierigsten überhaupt: Die Piste ist keine 530 Meter lang, hat ein Gefälle von zwölf Prozent und kann nur aus einer Richtung angeflogen werden, weil dahinter Berge aufragen. An ein eventuelles Durchstarten ist nicht zu denken. Am anderen Ende bricht die Piste abrupt ab, 600 Meter tief zum Flussbett des reißenden Dudkoshi.

Auch dürfen auf dem Flughafen mit dem Drei-Letter-Code LUA nur sogenannte STOL-Flugzeuge verkehren. Die Abkürzung steht für Maschinen mit "short takeoff and landing"-Eigenschaften. Dabei handelt es sich um Propellerflugzeuge vom Typ De Havilland Canada DHC-6 "Twin Otter", Dornier 228 oder Let L-410.

Am 27. Mai befand sich eine Let L-410 der Summit Air im Landeanflug auf Lukla. Das Flugzeug kam aus der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Nach Angaben eines Polizeisprechers war das Wetter sehr schlecht: Es regnete, und es herrschte Nebel. Da es sich um einen Cargo-Flug handelte, waren nur drei Besatzungsmitglieder an Bord.

Nach Angaben des "Aviation Herald" flog das zweimotorige Kurzstreckenflugzeug zu tief, nämlich drei Meter unterhalb des Pistenanfangs, krachte gegen den Hang und kam erst 200 Meter tiefer in der Böschung zum Halt. Dabei wurde der Pilot Paras Kumar Rai getötet und die beiden Crew-Mitglieder - Kopilot Srijan Manandhar und die Flugbegleiterin Pragya Maharjan - verletzt.

Erst vor zwei Wochen hatte sich die nepalesische Fluggesellschaft Goma Air in Summit Air umbenannt. Eine der beiden Let L-410, die häufig auch mit Touristen an Bord unterwegs sind, war vor  knapp zwei Jahren auf dem Flug von Jomsom nach Pokhara verunglückt. Dabei gab es keine Opfer zu beklagen.

Auf der Homepage bestätigte Summit Air inzwischen den Absturz und kondoliert den Angehörigen des Piloten.

tib

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