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Malediven: Schildkrötenmutter will ihre Eier legen – doch wo einst ein Strand war, ist nun ein Flughafen

Das Bild zeigt, wie der Mensch den Tieren den Lebensraum raubt: Eine Schildkröte kehrte an den Ort ihrer Geburt zurück, um dort ihre Eier zu legen. Sie fand nur die Landebahn eines Flughafens.

Schildkröten sind dem Ort, wo sie geboren wurden, sehr verbunden. Immer wieder kehren sie zu der Stelle, wo sie einst geschlüpft sind, zurück, um dort selbst ihre Eier abzulegen. Aber der Lebensraum der Tiere wird immer kleiner – dort, wo sie sich früher noch ungestört bewegen konnten, hat sich an vielen Stellen der Mensch ausgebreitet. 

Einen bewegenden Eindruck davon, wie der Mensch und ihre Industrie den Tieren ihre natürliche Umgebung raubt, vermittelt ein Bild, das gerade auf Twitter umgeht. Es zeigt eine Schildkröte auf den Malediven, die an den Strand, wo sie anscheinend geboren wurde, zurückkehrt, und dort ihre Eier legt. Allerdings nicht mehr an einem Sandstrand, sondern auf grauem Asphalt – denn mittlerweile befindet sich dort ein Flughafen.

Schildkröte kehrt an Ort ihrer Geburt zurück – und findet eine Landebahn

Offenbar fand die Schildkröte keinen geeigneteren Ort für ihre Eier als die Landebahn. Wie die maledivische Zeitung "The Edition" schreibt, gehe es dem Tier gut, es sei zurück ins Meer gebracht worden. Auch der Flughafenmitarbeiter, der das Bild auf Twitter veröffentlicht hatte, verband seinen Tweet mit einem Appell: "Ich hoffe, die Menschen verstehen diese Botschaft: Es geht nicht um diese eine Schildkröte, sondern um eine ganze Art." Der Kreislauf des Lebens sei durch den Bau des Flughafens gestoppt worden.

Seit dem vergangenen Jahr befindet sich in der Nähe des Strandes im Noonu Atoll der Maafaru-Flughafen. Früher legten dort anscheinend regelmäßig Schildkröten ihre Eier, laut "The Edition" hat die Wanderung von Schildkrötenmüttern auch nach der Fertigstellung des Flughafens nicht abgenommen. Nur finden sie dort nicht mehr ihr gewohntes Habitat vor.

"Es bleibt die Frage, wie viel von der Artenvielfalt der Malediven für den industriellen und wirtschaftlichen Fortschritt der Malediven geopfert werden kann", kommentiert die Zeitung. Jährlich besuchen mehr als 1,3 Touristen den Inselstaat, Urlauber sind der größte Faktor für das Bruttoinlandsprodukt. Für Schildkröten und ihre Eier scheint da kein Platz mehr zu sein.

Quellen: Parveen Kaswan auf Twitter / "The Edition"

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