New York auf der ITB Pack die Badehose ein


Frühstück bei Tiffany und Lunch am Badestrand von Coney Island: In New York kann nicht nur geshoppt, sondern auch gebadet werden. Die Strände sind Teil einer Werbekampagne, die den Big Apple auch 2007 boomen lassen soll.
Von Jens Maier

Die USA haben 2006 in der Gunst deutscher Reisender verloren. Knapp 1,39 Millionen Besucher mit deutschem Pass wurden von Hawaii bis New York gezählt. Das bedeutet ein Minus von zwei Prozent, räumte Rita Hille, Präsidentin des Visit USA Committee Germany (VUSA), auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin ein. Damit setzt sich der seit 1999 zu beobachtende Rückgang der Einreisezahlen aus Deutschland fort. Nur eine Stadt boomt ungebremst: New York.

Im Jahr 2006 verzeichnete der Big Apple erneut einen Besucherrekord. Rund 44 Millionen Touristen besuchten die Stadt, 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon über 400.000 aus Deutschland, was nach dem zweistelligen Zuwachs 2005 ein erneutes Plus bedeutet. "Die genauen Zahlen aus Deutschland liegen noch nicht vor, wir gehen aber fest von einem Wachstum der Besucher aus Deutschland aus", sagte Peter Mierzwiak von New York Company in Berlin zu stern.de. Und New Yorks Bürgermeister Bloomberg hat noch ehrgeizigere Ziele. Bis 2015 will er die Marke von 50 Millionen Gästen pro Jahr übertroffen haben. Wie das gehen soll, darauf gab New York auf der ITB einen Vorgeschmack.

Neben Manhattan sollen zukünftig auch die angrenzenden Stadtteile für Touristen attraktiver werden: Queens, Brooklyn, Bronx und Staten Island sollen nicht mehr länger ein Schattendasein als Schlafstädte führen, sondern mit eigenen Attraktionen Besucher anlocken. New York, das seien im Prinzip fünf Städte in einem, sagte Mierzwiak. Jeder der Stadtteile sei seine eigene Marke, die in Zukunft stärker hervorgehoben werden soll.

Sand zwischen den neuen Sandalen von Manolo Blahnik

Brooklyn, Queens, Bronx und Staten Island können vor allem im Sommer mit einer besonderen Attraktion punkten: ihren Stadtstränden. Während Manhattan von Juni bis August bei über 30 Grad schwitzt, können sich Besucher dort am Strand abkühlen. "Für Touristen, die im Sommer kommen, und einen Tag Pause machen wollen, ist das eine perfekte Alternative zum klimatisierten Hotelzimmer", sagte Mierzwiak. "Und fast alle Strände sind bequem mit dem Öffentlichen Nahverkehr zu erreichen." Die bekanntesten und bei New Yorkern beliebtesten Strände sind Rockaway Beach (Queens), Manhattan- und Brighton Beach und Coney Island (Brooklyn), Orchard Beach (Bronx) sowie South- und Midland Beach (Staten Island).

Aber auch außerhalb der Badesaison haben die Stadtteile einiges zu bieten: Eine Gratis-Tour durch die Bronx soll Besucher aus Manhattan anlocken (www.ilovethebronx.com). Der neue "Brooklyn Pass" berechtigt zum freien Eintritt in elf Sehenswürdigkeiten - darunter das Brooklyn Museum und das New York Aquarium. Der Pass (www.brooklynpass.com) kostet 25 Dollar (etwa 19 Euro). In Queens gibt es das Museum of the Moving Image (www.movingimage.us). Bei einer "Einmal-um-die-Welt-mit-einem-U-Bahn-Ticket"-Tour können Touristen den Stadtteil entdecken. Über Touren in Staten Island informiert eine neue Broschüre, die sich aus dem Netz herunterladen lässt (www.statenislandusa.com).

Die beste Aussicht auf Manhattan

Zudem sollen vor allem in den Boroughs neue Hotels entstehen. Immer mehr Hotelketten bauen nicht mehr nur in Manhattan. Hyatt hat ein Fünf-Sterne-Haus in New Jersey, Marriott in Brooklyn eröffnet. Weitere sollen folgen und dafür sorgen, dass die Zimmerpreise in NYC erschwinglicher werden. Geplant sind neue Häuser vor allem im mittleren, aber auch im höheren Segment in allen fünf Stadtteilen, so Mierzwiak. Bis 2010 soll die Bettenzahl im "Big Apple" von 72.000 auf 85.000 steigen. Neben ihren günstigeren Zimmerpreisen haben die Hotels in den Stadtteilen noch einen weiteren Vorteil: Sie bieten die beste Aussicht auf die Skyline Manhattans.


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