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SALT LAKE CITY: Rocky Mountains und Olympia

Die 27. Olympischen Winterspiele finden an den Ausläufern der Rocky Mountains statt. Nicht nur Bobbahnen und Skipisten erwarten den Besucher, sondern eine einzigartige Naturlandschaft.

Vom 8. bis 24. Februar fanden die 27. Olympischen Winterspiele an den Ausläufern der Rocky Mountains statt. Wir haben ein paar Tipps herausgesucht für alle, die Salt Lake City und dem »Weißen Westen« der USA auch nach dem Spektakel einen Besuch abstatten wollen. Denn Utah hat mehr zu bieten als Buckelpisten und Schnee.

Die wichtigsten Stationen:Monument Valley -

Lichtspiel in der Dämmerung

Lake Powell -

Steinbrücke am Stausee

Salt Lake City -

Vom Farmergehilfen zu den Utah Grizzlies

Monument Valley - Lichtspiel in der Dämmerung

Wer in das Navajo-Indianerreservat im äußersten Süden Utahs hineinfährt, glaubt sich sofort in einem Marlboro-Spot: Das Ensemble frei stehender Sandstein-Megalithen wird fast schon traditionell von der Werbeindustrie ausgeschlachtet. Steingewordene Symbole des qualmenden Natur-Kitsches, die aber fernab von Cowboy-und Lagerfeuerromantik einfach ein grandioses Augenspektakel sind.

Farborgie

Einige der gigantischen roten Felsen kratzen die magische 1000-Fuß-Marke. Wenn die Sonne dann den Horizont erreicht, und der Himmel sich in lila, violett und orange getönten Farborgien badet, ragen die Monumente als schwarze Geologie-Skurrilitäten in den Wüstenhimmel. Ein Anblick, für den das Wort »erhaben« erfunden worden sein muss.

Kollektives Gedächtnis

Von Norden kommend bietet sich jener legendäre Anblick, der wohl das endgültige Bild vom amerikanischen Südwesten in die Köpfe gepflanzt hat: Eine endlos lange, leere Straße führt in das Navajo-Reservat hinein und die Zeit verlangsamt sich, während am Horizont die roten Sandsteinriesen allmählich aus dem trockenen Grund wachsen.

Grenzsteine

Monument Valley hat auch administrative Bedeutung: Die Sandsteintische markieren die Grenze zwischen Utah und Arizona. Nie war eine Staatsgrenze spektakulärer. Besucher finden beiderseits der am Lineal gezogenen Trennlinie Unterkunft und Restaurants - in Goulding (Utah) und Kayenta (Arizona).

Der Nationalpark ist Heimat der Navajo-Indianer. Eine gute Gelegenheit, etwas über ihre Handwerkskunst zu erfahren oder gleich eine paar Kostproben davon zu erstehen. gerne reitet, kann sich einer Pferde-Tour durch den Nationalpark anschließen. Die Navajos warten am Visitor Center auf Interessierte.

Das beste Licht gibt¿s früh morgens und am späten Nachmittag. Einfache Privatausflügler dürfen nicht alle Straßen benutzen oder auf die Steinriesen klettern. Das ist organisierten Touren vorbehalten.

Lake Powell -Steinbrücke am Stausee

Der Colorado River hat in vielen Jahrhunderten einen tiefen Canon in den Sandstein gegraben. Lange floss er ungehindert in Richtung Meer. 1963 dann entschlossen sich die US-Behörden, einen 200 Meter hohen Staudamm ins Flussbett zu stellen: die Geburtsstunde des Glen Canyon Dam, der seitdem Strom und Wasser für Bewässerungsanlagen im trockenen Südwesten der USA liefert. Der Colorado fand von nun an Zeit, sich zum Lake Powell zu sammeln.

Das Ergebnis erfreute schon so manche Kamera: Tiefblaues Wasser, in einem orangeroten Felsenrahmen eingepackt. Das Wasser des Stausees verteilt sich in unzählige Seitenarme, einige kaum breiter als die Hausboote, welche im Sommer das verschlungene Wasserstraßensystem befahren.

Die geologische Krönung von Lake Powell überspannt als wohl geformter Steinbogen eine der Wasserarme nahe der Grenze zu Arizona. Die größte frei stehende Naturbrücke der Welt, brüsten sich manche Prospekte. Viel naheliegender als solch Angeberei war es, der schönen Naturwölbung einen möglichst lyrischen Namen zu geben: Rainbow Bridge.

Anlaufstelle Ochsenfrosch

Vier Zufahrtstraßen führen an den See, jeweils direkt zu einem Hafen. Der populärste für Besucher aus dem nördlichen Utah ist wohl die Bullfrog Marina am Ende von Highway 276, etwa auf mittlerer Höhe des Lake Powell. Der südliche Anlaufpunkt über den Highway 89 ist die Wahweap Marina, ganz in der Nähe des Staudamms.

In den Marinas kann man sich ein Hausboot mieten. Die gemütlichste Art, den See zu erkunden. Ganz wichtig: sich Zeit zu nehmen. Eine Sünde ist es, vor Einbruch der Dunkelheit in den Hafen zurückzukehren: Die Nacht am See unter einem weiten Himmel ist grandios.

Übrigens: Die Entfernungen sollten gut bedacht sein. Zwischen Bullfrog und Wahweap liegen immerhin 150 Kilometer, das sind gute zehn Stunden auf dem Boot.

Vom Farmergehilfen zu den Utah Grizzlies -Die Olympia-Stätten

Die moderne, nicht wirklich schöne Wolkenkratzer-Fassade der Spiele-Stadt ist von Naturräumen umschlossen, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten: Im Osten wächst die Felsenwand der Wasatch Mountains aus der Hochebene. Und im Westen gähnt der Große Salzsee. In Salt Lake City selber spielt Weltanschauung eine gewichtige Rolle.

Hier steht das Zentrum der »Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage«, der Mormonentempel. Der Name der Glaubensvereinigung geht auf den Prophet Mormon zurück, der im 5. Jahrhundert unserer Zeit gewirkt haben soll.

Sein Sohn Moroni war der eigentliche Anstoß: Er erschien dem Farmergehilfen und verhinderten Wahrsager Joseph Smith im Jahre 1823 als Engel und wies dem erleuchteten Mann den Weg zum Buch Mormon. Heute sind 60 Prozent der Bevölkerung Utahs Mormonen.

Eher profanen Dingen widmet sich die Stadt vom 8. bis 24. Februar: Eiskunstlaufen, SuperSki und Nordische Kombination, dreifacher Axel, Tausendstelsekunden und Slalomstangen werden das Tagesgespräch beherrschen.

Ein Blick zurück: Hymne und Maskottchen

Und mancher wird sich dabei erinnern: Go for Gold in South Corea! So besang man Olympia 1988. Ähnlich simpel betextete Erkennungsmelodien suchen die Olympioniken vor Ort und vorm Fernseher alle Jahre wieder heim.

Angenehme Ausnahme ist da Sarajevo 1984, als das Maskottchen sein gedehntes Begrüßungs-»Sarajevoooo« in die Welt hinein jaulte. Das war mindestens so aussagekräftig wie das koreanische Olympia-Lied vier Jahre später und tausend Mal amüsanter als Whitney Houstons »One Moment in Time«, ebenfalls anno 1984. Damals in L.A. hatte jemand eindeutig zu stark an der Pathos-Schraube gedreht.

Die Goldgruben

Die Wasatch Mountains sind natürlich Schauplatz des alpinen Geschehens: Park City, Deer Valley und Snowbasin werden zum Triumphhang oder zur Scheiterpiste für die tollkühnen Flitzer in ihren windschnittigen Overalls.

Kufen-Legende Gunda Niemann-Stirnemann wird im Utah Olympic Oval über die 400-Meter-Bahn gleiten. Das Stadion bietet 6000 Menschen Platz und liegt in Kearns, einem Vorort im Westen von Salt Lake City. Der Oberhofer Bob-Pilot André Lange wird etwas weiter außerhalb der Olympia-Stadt nach Gold greifen. Der Utah Olympic Park liegt fünf Kilometer nördlich von Park City.

Toreschießen gehört bei den Winterspielen zu den etwas vernachlässigten Sport-Komponenten. Nur beim Eishockey wackelt das Netz. Der E-Center steht in West Valley City, auch ein Vorort von Salt Lake City. Dort spielen sonst die Utah Grizzlies.

Toreschießen gehört bei den Winterspielen zu den etwas vernachlässigten Sport-Komponenten. Nur beim Eishockey wackelt das Netz. Der E-Center steht in West Valley City, auch ein Vorort von Salt Lake City. Dort spielen sonst die Utah Grizzlies.

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