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"Ich habe nur geweint": Brutal aus Flieger geworfen: United-Airlines-Passagier spricht erstmals im TV

Vor zwei Jahren wurde David Dao auf dem Flughafen Chicago O’Hare brutal aus einem Flugzeug geworfen. Er verlor dabei zwei Zähne und erlitt eine Gehirnerschütterung. Jetzt hat sich der Arzt erstmals öffentlich zu dem Vorfall von damals geäußert.

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Das Video, in dem der Arzt David Dao von Security-Mitarbeitern am Flughafen Chicago O’Hare brutal aus einem Flugzeug der United Airlines gezerrt wurde, ging um die Welt. Das Gesicht blutverschmiert, zerrten die Beamten den Mediziner aus Kentucky über den Gang, während geschockte Passagiere das Geschehen mit ansahen. Jetzt hat sich Dao erstmals öffentlich zu dem Vorfall von damals geäußert. Er habe "nur geweint", als er sich Tage später das Video seines Rauswurfs ansah, erzählt er im Interview mit dem TV-Sender ABC News. Er habe nicht erwartet, dass die Beamten so hart gegen ihn durchgreifen würden.

Dao saß am 9. April 2017 bereits angeschnallt auf seinem Sitz des United-Flug 3411, als ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft mitteilte, er müsse wieder aussteigen, da der Flug überbucht war. Doch Dao weigerte sich, woraufhin die Situation eskalierte. "Sie haben mich aus dem Sitz gezogen. Dann weiß ich nichts mehr. Bis ich im Krankenhaus aufgewacht bin, als sie die Platzwunde an meiner Nase und meinem Mund versorgten."

David Dao verzeiht United-Airlines-Mitarbeitern: "Das ist ihr Job"

Die ersten Monate seien schrecklich gewesen. Er erlitt eine Gehirnerschütterung, eine gebrochene Nase und verlor zwei Zähne. Noch immer kämpft er mit Schlafproblemen, Konzentrations- und Gleichgewichtstörungen. Während er früher Marathon lief, kann er heute laufend höchstens fünf Kilometer zurücklegen Auch mit dem plötzlichen medialem Interesse, das unter anderem eine frühere Bewährungsstrafe und eine entzogene Lizenz des Mediziners ans Licht brachte, konnte er nicht umgehen. "Ich habe monatelang nicht das Haus verlassen", sagt er.

Seine Charity-Arbeit habe dem inzwischen pensionierten Arzt geholfen, alles zu verarbeiten. Im Nachhinein hatte der Zwischenfall auch sein Gutes gehabt, sagt er. "Das Wichtigste ist, dass er tatsächlich etwas Positives bewirkt hat. Die Fluggesellschaften sind bereit, ihre Politik zu ändern", so Dao. Er habe der Airline inzwischen verziehen. Und auch den Sicherheitsleuten. "Ich bin nicht sauer auf sie. Sie haben einen Job zu erledigen. Sie mussten das tun. Hätten sie das nicht getan, hätten sie ihren Job verloren. Also bin ich nicht böse oder so was. Das ist ihr Job." 

Der CEO der Airline,  Oscar Munoz, hatte sich kurz nach dem Vorfall im Fernsehen entschuldigt und versprochen: "Das wird niemals wieder passieren." United Airlines hatte sich mit Dao Wochen nach dem Vorfall einvernehmlich geeinigt. Die gebotene Geldsumme muss jedoch laut Vertrag vertraulich bleiben. 

Quellen: ABC News Artikel/ABC-Interview Youtube

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jek

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