Lawinen in den Alpen Mehrere Menschen verschüttet, ein Toter


Nach den intensiven Schneefällen der vergangenen Tage sind am Samstag zahlreiche Lawinen in den österreichischen Alpen abgegangen. Mehrere Menschen wurden von den Schneemassen mitgerissen. Ein deutscher Eiskletterer kam in Tirol ums Leben.

Die Lawinenwarndienste der verschiedenen Alpenregionen hatten nach andauernden, heftigen Schneefällen bereits am Freitag von einem drohenden "Lawinen-Wochenende" gesprochen. In Tirol, Salzburg und der Steiermark wurden Skitouristen vor zahlreichen, zum Teil auch großen spontanen Lawinenabgängen gewarnt. In fast allen Bundesländern wurde die Gefahrenstufe 4 (große Gefahr) ausgerufen. In den vergangenen 48 Stunden waren in den Bergen bis zu 40 Zentimeter, in einigen Gebieten sogar bis zu 70 Zentimeter Neuschnee gefallen.

In St. Siegmund im Tiroler Gebiet Sellrain war am Samstag eine sechsköpfige Gruppe von Bergsportlern trotz Lawinenwarnstufe 4 zum Eisklettern aufgebrochen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Gegen 15.15 Uhr löste sich eine Lawine und erfasste die Gruppe. Der Deutsche erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen und starb noch an Ort und Stelle. Die anderen Sportler wurden mit einem Tau von einem Hubschrauber gerettet; einer von ihnen erlitt schwere Verletzungen, die anderen vier Eiskletterer dürften nur leicht verletzt sein, hieß es.

Am frühen Samstagnachmittag ging nach Angaben des ORF-Rundfunks in Osttirol eine Lawine auf die Felbertauernstraße zwischen Matrei und dem Felbertauern-Tunnel ab. Ein Auto mit einer vierköpfigen Familie wurde dabei von den Schneemassen über die Leitplanke gedrückt und kam erst 20 Meter unterhalb der Straße zum Stehen. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Seine Frau und die beiden Kinder kamen mit dem Schrecken davon.

In Lech am Arlberg wurden drei Menschen bei einem Lawinenabgang im Bereich Furka-Steinmähder von einem 50 Meter breiten und bis zu vier Meter hohen Schneebrett verschüttet. Sie konnten zum Glück ebenso lebend geborgen werden, wie ein Tourengeher in Bad Ischl (Oberösterreich). Er wurde von einer Lawine 50 Meter weit mitgerissen, kam aber mit dem Leben davon.

Bei einem vermutlich von Ski- und Snowboardfahrern ausgelösten Lawinenabgang am Kitzsteinhorn bei Kaprun im Salzburger Pinzgau wurde am Samstagvormittag ein Skifahrer auf einer als gesichert gekennzeichneten Skipiste von einem riesigen Schneebrett erfasst und verschüttet. Der Mann konnte selbst unverletzt befreien, erlitt aber einen Schock. Nach Angaben der österreichischen Bergrettung hatten drei sogenannte Variantenfahrer das 150 Meter breite Schneebrett im freien Raum neben der Piste ausgelöst. Ausläufer krachten schließlich auf die gesicherte Piste.

Bereits am Samstagmorgen waren in der Obersteiermark im Gemeindegebiet von Wald am Schoberpass im Bezirk Leoben Bahngleise verschüttet worden. Wegen der Gefahr von Nachlawinen mussten zwei Höfe in der Umgebung evakuiert werden, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Im Bundesland Salzburg blieben auch am Samstag zahlreiche Straßen gesperrt, darunter das "kleine Deutsche Eck" - die Verbindung zwischen Lofer und Salzburg auf der B178.

DPA DPA

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