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Umfrageergebnisse Sharing Economy Airbnb und Co bedrohen klassische Hotels


Anfang Februar fragten wir unsere User: Was taugen die Privat-Unterkünfte von Airbnb und Co? Jetzt liegt die Auswertung vor. Die Internetplattformen werden zur ernsthaften Konkurrenz für Hotelzimmer.
Von Till Bartels

Sie sind nur wenige Jahre alt, doch schon weitgehend bekannt: die Portale der Sharing Economy, die Übernachtungen in Privatunterkünften vermitteln. Laut einer Umfrage, an der mehr als 1000 User auf der Website des stern Anfang Februar 2015 teilnahmen, kennen 92,3 Prozent Airbnb, 44,8 Prozent Wimdu und 24,9 Prozent die Marke 9flats. Sogar ungestützt gelangten Couchsurfing auf einen Bekanntheitsgrad von 30,8 Prozent und Fewo-Direkt auf 23,4 Prozent.

Bei der Umfrage, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule Worms durchgeführt wurde, hat überrascht, wie positiv die Einstellung gegenüber dem Angebot privater Unterkünfte ist: Fast Dreiviertel der Befragten hat bereits mindestens einen Aufenthalt über eine der Plattformen gebucht.

Lage ist wichtigstes Kriterium

Interessant sind die Gründe, warum sich die Vermittlungsplattformen so großer Beliebtheit erfreuen: Fast jeder gab als Hauptmotiv an, dass er oder sie beim Reisen Geld sparen möchte. Denn Privatunterkünfte sind deutlich preiswerter als Hotelzimmer, gerade wenn man zu mehreren unterwegs ist und sich die Kosten teilen kann. Auf Rang zwei mit 74,3 Prozent gaben die Nutzer an, dass sie Privatwohnungen für gemütlicher als Hotelzimmer halten. Auf den üblichen Hotelservice wie Gepäck aufs Zimmer bringen, Frühstückbüfett und Rezeption können die meisten verzichten.

Deutlich steigerungsfähig scheint dagegen die Zufriedenheitsrate zu sein: Nur gerade mal die Hälfte der Befragten hat die Angebote "oft und gerne" genutzt, 34 Prozent verneinten sogar die Frage. Von hoher Bedeutung für die Nutzer sind die Lage (98,8 Prozent), Hygiene und Sauberkeit (98,7 Prozent) und das Preis-Leistungs-Verhältnis (96,3 Prozent). Dagegen tauchen Nachhaltigkeit und Serviceleistungen wie eine tägliche Reinigung erst am Ende der Wunschliste auf.

Kein vorübergehender Trend

Die Vermittlungsplattformen werden fast ausschließlich für Privatreisen genutzt, meist für eine Städtereise ins Ausland und ab einer Dauer von mindestens fünf Tagen. Für Geschäftsleute scheint dagegen die Zeit noch nicht reif zu sein: Nur 2,2 Prozent gaben an, eine Unterkunft der Sharing Economy auf einem reinen Business-Trip genutzt zu haben.

Längst haben sich die globalen Marktplätze à la Airbnb und Co für Hundertausende von Unterkünften etabliert. Die Frage, ob es sich bei den über Internetportale gebuchten Unterkünften nur um einen vorübergehenden Trend handelte, wurde eindeutig verneint. "Privatunterkünfte werden von Reisenden zunehmend geschätzt und genutzt", sagt Roland Conrady, Professor am Fachbereich Touristik und Verkehrswesen an der Hochschule Worms. "Die klassische Hotellerie muss dringend Strategien für diese neue Bedrohungslage entwickeln", lautet sein Fazit.

Weitere Ergebnisse der Studie zur Sharing Economy werden beim ITB Marketing and Distribution Day im Rahmen des ITB-Kogresses am 6. März 2015 in Berlin vorgestellt.


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