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Ab 1. Juni gültig Großer Ansturm: Bereits sieben Millionen 9-Euro-Tickets verkauft

9-Euro-Ticket: Das müssen Kunden jetzt wissen
Teaserbild: Getty Images / Aleksandar Nakic
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Videoquelle: RTL.de
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Zum bundesweiten Start des 9-Euro-Tickets am heutigen Mittwoch hat sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing erfreut über die große Resonanz gezeigt. Deutschlands Verkehrsunternehmen rechnen mit einem Absatz von insgesamt 30 Millionen Tickets für Einmal- und für Abokunden.

"Es gibt einen richtigen Run" auf das Ticket, sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Dienstag. "Wir bringen etwas Neues und Besonderes auf den Weg, das den Menschen konkret hilft, Energie einspart, und zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet." Bund, Länder und die Branche könnten stolz sein, dieses Mammutprojekt in so kurzer Zeit umgesetzt zu haben. Auch über die Landesgrenzen hinweg werde die Umsetzung des Projekts aufmerksam verfolgt. 

Der Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, versicherte: "Wir werden alles auf die Straßen und Schienen bringen, was fahren kann, um die Fahrgäste bestmöglich zu befördern." Die Branche wolle möglichst viele Kundinnen und Kunden von der Leistungsfähigkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) überzeugen. VDV-Geschäftsführer Oliver Wolff rief angesichts des erwarteten Ansturms vor allem in Ferienregionen zu "ein wenig Gelassenheit" auf. Auch bei einem großen Konzert stünden die Menschen "dicht gedrängt". 

Wissing kündigte eine genaue Auswertung des 9-Euro-Tickets an. Fragen seien etwa, wie wichtig der Preis für Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV sei und wo es Verbesserungsbedarf gebe. VDV-Präsident Wortmann sagte, von der Marktforschung "werden wir sehr viel lernen". 

Forderung nach Taktverdichtung, um den ÖPNV attraktiver zu machen

Eine Erkenntnis steht Wortmanns Worten zufolge aber jetzt schon fest: "Wir werden zu wenig Angebot haben" für einen "echten Umstieg in den Städten" und im ländlichen Raum. Er hoffe, dass bei der Finanzierung des nötigen Ausbaus "Kommunen, Länder und Bund an einem Strang ziehen" werden. 

Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne), wiederholte die Forderung der Länder an den Bund, die Regionalisierungsmittel zu erhöhen. "Wir brauchen einen Streckenausbau und Taktverdichtung, um den ÖPNV attraktiver zu machen." Ganz klar sei auch, nach dem Ende des 9-Euro-Tickets dürfe der ÖPNV nicht viel teurer werden als davor. Die dafür nötigen Mittel könnten die Länder nicht alleine stemmen.

Bundesverkehrsminister Wissing äußerte sich zurückhaltend: Der Bund finanziere den ÖPNV bereits mit über zehn Milliarden Euro im Jahr mit, habe die Hälfte der coronabedingten Einnahmeausfälle übernommen und übernehme jetzt die Kosten für die Einnahmeausfälle durch das 9-Euro-Ticket. Er gab zu bedenken, dass die Verkehrsunternehmen vom Tankrabatt und vom ab 1. Juli geplanten Wegfall der Ökostromumlage profitierten.

Wissing wiederholte seine Forderung nach mehr Transparenz über die Verwendung der Regionalisierungsmittel, die der Bundesrechnungshof angemahnt hatte. Er verwies auf die Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum "Ausbau- und Modernisierungspakt ÖPNV", die unter anderem diese Frage klären soll. Sie soll auf der Verkehrsministerkonferenz im Herbst erste Ergebnisse vorstellen. Der Bundesverkehrsminister erklärte, die Finanzierungsfrage stehe "am Ende und nicht am Anfang". 

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte weitere Investitionen in den ÖPNV. Er müsse auch nach dem Ende der drei Monate mit dem 9-Euro-Ticket günstig bleiben. Vorständin Jutta Gurkmann forderte konkret ein Preismoratorium für die Dauer der Energiepreiskrise, einfache und verlässliche Informationen zu den Fahrangeboten sowie eine bundesweite Mobilitätsgarantie - sie gibt es in Nordrhein-Westfalen, ab einer 20-Minuten-Verspätung von Bus oder Bahn können Fahrgäste alternative Verkehrsmittel nutzen. 

tib/AFP

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