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EU-Badegewässer-Bericht 2012: Deutsche Flüsse und Seen locken mit sauberem Wasser

Der Sommer kann kommen: Im aktuellen EU-Bericht zur Badegewässer-Qualität schneiden deutsche Flüsse und Seen gut ab. Auch an den Stränden beliebter Urlaubszielen darf guten Gewissens geplanscht werden.

Gute Nachrichten für Wasserratten: Die Wasserqualität an den Stränden in den beliebten Reisezielen Spanien, Italien und Portugal ist gut. Das meldet die EU-Kommission, die heute gemeinsam mit der Europäischen Umweltagentur (EUA) ihren neuesten Bericht zur Qualität der europäischen Badegewässer vorstellte. Das sauberste Wasser finden Urlauber demnach auf der Mittelmeerinsel Zypern: Hier haben mehr als 99 Prozent der Badestellen exzellente Qualität. Deutschland kann solche Spitzenwerte zwar nicht vorweisen, doch den Sprung ins kühle Nass muss auch hierzulande niemand fürchten.

Der jährlich erscheinende EU-Bericht bewertet die Badewasserqualität von mehr als 22.000 Badegewässern an Stränden, Flüssen und Seen europaweit und zeigt, wo in der aktuellen Saison sauberes Wasser zu finden ist. Die Wasserproben wurden zum Beispiel auf Fäkalbakterien, Mineralölrückstände, Reinigungsmittel und giftige Säuren untersucht.

15 Badestellen fallen durch

In dem Report schneidet die Mehrheit der deutschen Küstenbadestellen gut ab: Über drei Viertel (75,3 Prozent) gelten als exzellent. Das sind zwar 5,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Mindestanforderungen in punkto Sauberkeit erfüllen aber immerhin 96,6 Prozent. Ausnahmen sind etwa der Nordseebadestrand Upleward bei Krummhörn oder die Badestelle Dollart Dyksterhausen Bohrinsel bei Jemgum in Niedersachsen. Hier stuft die EUA, die die Untersuchung durchführte, die Wasserqualität als schlecht ein.

Von den insgesamt 2310 getesteten deutschen Badegewässern erreichten 15 die per EU-Gesetz festgelegten Mindestnormen nicht. So sollte man an bestimmten deutschen Flüssen und Seen lieber nicht ins Wasser steigen, darunter das Luisenbad in Schleswig, die Kleine Badewiese an der Unterhavel in Spandau bei Berlin oder der Schornweisacher Weiher bei Uehlfeld im bayerischen Mittelfranken.

Obwohl sich die Zahl der empfehlenswerten Flüsse und Seen in Deutschland verringert hat, schafften jedoch mehr von ihnen Bestwerte. So schnitten von 29 am Bodensee getesteten Badestellen 26 mit ausgezeichnet ab.

Die Bewertung berücksichtigt für Deutschland neben 2011 auch Ergebnisse der Jahre 2008 bis 2010. Das soll gewährleisten, dass nicht einmalige Ereignisse wie starke Regenfälle zu Daten führen, die über die durchschnittliche Qualität eines Gewässers täuschen. Die Angaben zu jedem Ort sind im Internet nach Bundesländern und Landkreisen geordnet abrufbar.

Italiens Gewässer gut untersucht

EU-weit erreichten der Kommission zufolge 77 Prozent der Badegewässer die beste Bewertung. Weitere 15 Prozent konnten demnach immerhin noch mit hinreichender Qualität aufwarten.

Italien hat bei weitem die meisten untersuchten Badegewässer, nämlich 5549; von ihnen fielen 23 Gewässer mit schlechter Qualität komplett durch, hinzu kamen 139 Badeverbote oder Schließungen. In Österreich wurden 83,5 Prozent als exzellent bewertet, vier fielen durch, Verbote oder Schließungen gab es danach keine. Auch hier können Urlauber im Internet nach Ländern geordnet nachsehen, wie die einzelnen Badestellen abschneiden.

Im europäischen Vergleich erhielten besonders die Niederlande, Bulgarien, Lettland, Luxemburg und Belgien schlechte Bewertungen. Den Badeurlaub an Hollands oder Belgiens Küsten sollte man sich aber dennoch nicht verderben lassen: Die schlechten Werte beziehen sich vor allem auf Gewässer im Inland.

lea/DPA/AFP / DPA

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