Holiday on Ice Kleopatra und Barbie auf Kufen


Was haben Lois Lane, Kleopatra und Carmen gemeinsam? Ihnen allen blieb das Happy End ihrer großen Liebe verwehrt - Grund genug, die stürmischen Affären auf dem Eis zu inszenieren.

Buh-Rufe hört man in der perfekten Glamourwelt von Holiday On Ice wohl eher selten. Doch das Hamburger Publikum bei der Weltpremiere von "Romanza" am Mittwochabend in der Color Line Arena machte seinem Ärger lauthals Luft, weil die Show mit fast 45 Minuten Verspätung begann. Die meisten der 7000 Zuschauer waren wegen der zu erwartenden Staus - in der benachbarten Arena spielte der HSV - rechtzeitig erschienen, jedoch nicht alle VIP-Gäste. Als dann aber die Reden gehalten waren, Sänger Chris de Burgh und Tochter Rosanna Davison, "Miss World 2003", begrüßt wurden und Verona Pooth als Kleopatra in einer Sänfte erschien, war der Unmut vergessen: Scheinwerfer tauchen die Halle in rotes Licht, Herzschlagpochen ertönt - die Romantik-Show begann.In einem farbenprächtigen Spektakel zu einem modernen Musikmix zeigt das Ensemble Liebesgeschichten aus aller Welt. Mehr als 350 Kostüme tragen die Läufer an diesem Abend, alle entworfen von Verona Pooth. Das musikalische Spektrum reicht von Tom Jones "Delilah" bis hin zu Ramsteins "Du riechst so gut". Als erstes Paar schweben Adam und Eva über das Eis - im Hintergrund ein überdimensionales rotes Herz, selbst Apfelbaum und Schlange fehlen nicht. Im Laufe des zweieinhalbstündigen Programms reihen sich die unterschiedlichsten Liebes- und Hassbeziehungen in den bunten Reigen ein: Zum Hit "Walk Like An Egyptian" tanzt die ägyptische Herrscherin Kleopatra auf Kufen, Marc Anton und Julius Caesar buhlen in einem dynamischen Auftritt um ihre Gunst.

Vom Kinderzimmer zu Shakespeare

Vor der berühmten "Menage á Trois" kommen aber erst einmal die jüngsten Zuschauer auf ihre Kosten, als plötzlich Rotkäppchen und der Wolf ihren Auftritt haben und zu "Do You Love Me" ihre eigene Art von "Dirty Dancing" bieten. Gleich danach erwecken die Eisläufer ein weiteres aus Kinderzimmern bekanntes Paar zum Leben: Barbie und Ken kommen gleich in mehrfacher Ausgabe zum Lied "I’m A Barbie-Girl" aufs Eis. Und auch Chris de Burghs oft besungene "Lady In Red" dreht ihre Pirouetten - in "Romanza" ist es Supermans unerreichbare Liebe Lois Lane. Die feurige Carmen, Torero Escamillo und Don José wirbeln ebenfalls über das spiegelglatte Parkett, und schließlich darf auch das bekannteste Liebespaar nicht fehlen: Während Julia auf dem Balkon steht, tanzt ihr Geliebter zur Musik von Eros Ramazotti, das tragische Ende ihrer Liebe untermalt "Time To Say Goodbye".Schauspieler Sky Du Mont leiht der Show als Erzähler seine Stimme, bei der Premiere liest er live aus Paulo Coelhos "Elf Minuten". Die Textpassagen verbinden die einzelnen Showteile, die dem Publikum mit einem Augenzwinkern die Sieben Todsünden vor Augen führen: Zur "Völlerei" wird eine Torte aufgefahren, die eben noch grazilen Läuferinnen erscheinen um viele Pfunde schwerer. Zur "Eitelkeit" verwandelt sich die Bühne in einen Saal für Schönheitsoperationen, und zur "Gier" drehen die Tänzer als Glücksspielautomaten ihre Kreise. In einem rasanten Tempo reiht sich in "Romanza" Szene an Szene. Manchmal etwas zu kitschig und ganz ohne die großen Namen bekannter Einzelläufer - doch glamourös und prächtig ausgestattet wie es die Fans von Holiday On Ice lieben.Die Show, die parallel zum im November startenden "Fantasy"- Programm als "Passion Tour 2005/2006" durch 16 Städte in Deutschland tourt, erntete kräftigen Applaus.

Von Dorit Koch /DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker