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Passagierrechte: Vogelspinne in der Kabine oder technischer Defekt? Airline muss zahlen.

Wegen einer Vogelspinne im Flugzeug weigert sich eine große französische Airline, Passagieren eine Entschädigung für eine Flugverspätung zu zahlen. Doch vor Gericht bekommen die Passagiere Recht.

Eine Langstreckenmaschine von Air France: eine Boeing 777 (Symbolfoto)

Eine Langstreckenmaschine von Air France: eine Boeing 777 (Symbolfoto)

Air France ist vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, die Verspätung eines Fliegers aus Kuba auf eine angebliche Vogelspinne in der Kabine zu schieben. Damit hatte der Luftfahrtkonzern Entschädigungszahlungen vermeiden wollen.

Das Amtsgericht Hannover sprach vier Passagieren, die von Kuba über Paris nach Hannover reisten, eine Entschädigung von jeweils 600 Euro zu. Die französische Airline habe nicht ausreichend belegen können, dass sich tatsächlich eine Vogelspinne im Flugzeug befunden habe, sagte eine Gerichtssprecherin.

Mit Zyankali besprüht

Air France hatte die fünfstündige Verspätung im Februar 2016 auf eine in Havanna in der Businessklasse entdeckte Vogelspinne geschoben. Weil die Maschine den Vorschriften entsprechend desinfiziert und mit dem Gift Zyankali besprüht worden sei, habe man ein Ersatzflugzeug beschaffen müssen. Dies seien außergewöhnliche Umstände gewesen.

In solchen Fällen haben Passagiere keinen Anspruch auf Entschädigung gemäß EU-Fluggastrechteverordnung. Wie von den Passagieren vermutet, sei wohl eher ein technischer Defekt Grund für den Austausch der Flugzeuge gewesen, befand das Gericht.

+++ Lesen sie auch: "EuGH-Urteil - Fluggäste können auch bei wilden Streiks entschädigt werden" +++

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tib/DPA

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