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London: Kurz vor dem Abflug: Polizei holt Piloten in Handschellen aus Cockpit

Schreckensmomente bei British Airways: Ein Pilot benahm sich vor dem Start eines Langstreckenfluges so auffällig, dass die Besatzung keinen anderen Ausweg wusste, als die Polizei zu rufen.

Die Boeing 777 der British Airways hob mit mehr als zweistündiger Verspätung doch noch ab und flog sicher von London-Gatwick nach Mauritius.

Die Boeing 777 der British Airways hob mit mehr als zweistündiger Verspätung doch noch ab und flog sicher von London-Gatwick nach Mauritius.

Die Passagiere in -Gatwick waren schon eingecheckt und saßen in der Kabine. In wenigen Minuten sollte ihr British-Airways-Flug von in Richtung Mauritius starten. Eine Zwölf-Stunden-Reise lag vor den etwa 300 Manschen an Bord der Boeing 777. Und ein Urlaub in der Sonne – fernab vom kalten, grauen Großbritannien.

Doch plötzlich betraten Polizisten die Kabine. "Sie liefen direkt ins Cockpit", sagte einer der Passagiere an Bord von Flug 2063 der "Daily Mail". Dann sei der Flugkapitän in aus der Maschine geführt worden. "Einige Reisende guckten sich das Ganze staunend mit offenen Mündern an", sagte der Passagier. "Es ist beängstigend, wenn man daran denkt, was hätte passieren können."

Pilot wollte sturzbetrunken von London nach Mauritius fliegen

Der Grund für die Festnahme des Ersten Offiziers war tatsächlich beängstigend: Er war an diesem Morgen des 18. Januar dieses Jahres so offensichtlich betrunken zum Dienst erschienen, dass die Crew per Notruf die alarmierte. Der Verdacht der Besatzung bestätigte sich: Wie der Bluttest laut "Daily Mail" ergab, hatte der Flugkapitän das Vierfache an Alkohol im Blut, was erlaubt ist. Seine Festnahme sei wegen des "Verdachts des Führens eines Flugzeugs trotz Überschreitung des zulässigen Alkohollimits" erfolgt, teilte die Polizei mit.

Für die Airline ist der Vorfall sehr unangenehm – denn ein offensichtlich flugunfähiger Pilot stellt ein extremes Sicherheitsrisiko dar. "Wir nehmen den Vorfall sehr ernst und unterstützen die Polizei bei ihren Ermittlungen", zitierte die Zeitung einen Sprecher der Airline.

Der 49-jährige Pilot muss sich laut dem Zeitungsbericht am 6. Juni vor dem Crawley Magistrates’ Court in Sussex verantworten. Er sei ein erfahrener Flugzeugführer, der seit 2001 für arbeitete. Nun ist er laut dem Zeitungsbericht seine Job los – und damit auch den Jahresverdienst, der laut dem Blatt bei mehr als  60.000 Pfund für Erste Offiziere liegt.

Für die Passagiere nahm die so aufregend begonnene Reise dann doch noch ein gutes Ende: Ihre Maschine hob gegen 11 Uhr am Vormittag ab, nachdem British Airways einen anderen Piloten für den Flug BA 2063 gefunden hatte. Die Langstreckenreise begann so mit einer Verspätung von  mehr als zwei Stunden – verlief aber immerhin sicher.

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anb

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