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Tief "Petra" Deutschland zittert vor dem Schneechaos


Es herrscht die Ruhe vor dem Sturm: Tief "Petra" soll heute mit starkem Schneefall und heftigem Wind über Deutschland hinwegziehen. In zahlreichen Landesteilen gibt es Unwetterwarnungen.

Fast überall in Deutschland müssen sich die Menschen heute auf heftige Schneefälle, Verwehungen und die damit verbundenen Verkehrsprobleme einstellen. Für zahlreiche Landesteile haben die Meteorologen Unwetterwarnungen ausgegeben. Tief "Petra" nähert sich dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge in den Morgenstunden von Nordwesten her mit starkem Schneefall und heftigem Wind und bewegt sich im Laufe des Tages weiter in Richtung Südost. Dabei muss mit Neuschnee zwischen 10 und 15, örtlich bis zu 20 Zentimetern, gerechnet werden.

Auf Autobahnen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen saßen hunderte Lastwagen schon in der Nacht im Schnee fest. Dort hatte das Winterwetter bereits am Mittwoch zu kompletten Sperrungen geführt. Wer konnte, steuerte einen Parkplatz an. Vielen Lkw-Fahrern blieb aber wegen Überfüllung der Rastplätze keine andere Wahl, als ihre Fahrzeuge auf den Standstreifen der Autobahn zu parken. Alleine auf der Autobahn 9 bei Halle waren es 200 Laster. Auch auf der A4 bei Chemnitz und der A17 bei Dresden steckten die Brummis fest. Die A17 war am Morgen schon mehr als 24 Stunden gesperrt. Einige hundert Lastwagen waren bis zu 1,50 Meter hoch eingeschneit.

"Es ist die Ruhe vor dem Sturm"

Im Westen war man vom Chaos dagegen noch weit entfernt. Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Morgen zwar Unwetter in Form von Schnee, Glätte und Verwehungen vorausgesagt. Die Nacht verlief aber in Nordrhein-Westfalen ohne größere Zwischenfälle. "Es ist die Ruhe vor dem Sturm", sagte ein Sprecher der Polizei in Recklinghausen. Der strenge Frost und die Kälte machten sich aber schon bemerkbar: In Bielefeld gab es zwei Unfälle mit zwei Schwerverletzten. Ein Sprecher aus Köln appellierte an die Autofahrer: "Die, die nicht unbedingt fahren müssen, sollen zu Hause bleiben."

Zu Hause bleiben können auf jeden Fall die Schulkinder im hohen Norden. Im gesamten Schleswig-Holstein bleiben die öffentlichen und berufsbildenden Schulen geschlossen, auch in Hamburg herrscht "Schneefrei". Der DWD hat neben den heftigen Schneefällen für die Küste auch starken Wind vorausgesagt, teilweise mit Böen bis zur Stärke 9. In Niedersachsen können sich ebenfalls einige Schulkinder über das Wetter freuen. Der Landkreis Peine und die Stadt Osnabrück gaben ihnen einen Tag frei. In fünf der zehn sächsischen Landkreise sowie in Chemnitz fällt der Unterricht voraussichtlich sogar bis Freitag aus.

Auf der A2 bei Braunschweig kam am frühen Morgen ein Lastwagen ins Schlittern und kippte auf die Fahrbahn. Die Autobahn wurde in Richtung Hannover deshalb voll gesperrt. Es bildete sich ein Stau. Auch bei anderen Unfällen blieb es bei Blechschäden. In Baden-Württemberg krachte es in der Nacht nur wenig. Seit dem Abend hatte es auf der A8 längere Staus gegeben, die sich später aber wieder auflösten. In Bayern war die A73 betroffen. Dort stand ein Lastwagen quer. Der Übergang auf die A9 in Richtung Süden wurde deshalb gesperrt.

Keine Schnee-Probleme gab es in der Mitte Deutschlands. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland meldeten die Behörden trockene Straßen, weil kein neuer Schnee gefallen war. Dafür kündigte Nebel vielerorts neue Niederschläge an.

mad/DPA/DAPD DPA

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