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Seine einzige Konstante Trennung von Management: Alexander Zverev setzt wieder auf seine Familie

Alexander Zverev bei den French Open 2020
Alexander Zverev bei den French Open 2020. Wegen der Coronakrise musste das Grand-Slam-Turnier ohne Zuschauer stattfinden.
© Anne-Christine Poujoulat / AFP
Erst vor wenigen Tagen machte Alexander Zverev die Trennung von Trainer David Ferrer offiziell, nun verkündet er das Ende der Zusammenarbeit mit Roger Federers Agentur "Team 8". Jetzt ist seine Familie an der Reihe. Mal wieder.

"Ich habe mich dazu entschieden, zurück zu den Wurzeln zu gehen und mich von meiner Familie beim Coaching und von meinem Bruder Mischa und Sergej Bubka beim Management unterstützen zu lassen", schreibt Alexander Zverev auf Instagram. Von nun an solle seine Familie wieder eine größere Rolle in seiner Karriere spielen, das sehe die Agentur "Team 8" genauso, heißt es in dem Statement weiter. 

Alexander Zverev und seine gescheiterten Trainer-Beziehungen

Erst 2019 unterschrieb der deutsche Tennisprofi bei "Team 8", zuvor wurde er von Patricio Apey beraten, mit dem er sich allerdings nach der Trennung bis Dezember des vergangenen Jahres in einem medienwirksamen Rechtsstreit befand. Mit "Team 8" sollte es besser werden, die Agentur ist spezialisiert auf erfolgreiche Tennisspieler und hat einen äußerst guten Ruf, der nicht zuletzt durch Mit-Gründer Roger Federer entstanden ist.

Zusammen mit ihm reiste Alexander Zverev auch 2019 durch Südamerika, das sympathische Duo spielte mehrere Show-Matches und begeisterte die Massen. "Als Kind habe ich immer zu Roger Federer aufgeschaut. Er war mein Idol und verkörperte alles, was ich mal werden wollte", erklärte Zverev im Interview mit der "Gala" vergangenen Oktober. 

Trotzdem distanziert er sich nun von seinem Idol und konzentriert sich voll und ganz auf seine Familie – wieder. Denn: Den gebürtigen Hamburger scheint es immer wieder zurück in seinen "Inner Circel" zu ziehen, in den vergangenen Jahren sind so einige Geschäftsbeziehungen nach kurzer Zeit gescheitert. Die erste war die mit Juan Carlos Ferrero, ehemaliger spanischer Tennisprofi, der Zverev zwischen 2017 und 2018 für wenige Monate trainierte. Nach Ende der Zusammenarbeit warf Ferrero Zverev fehlende Disziplin vor, Zverev konterte mit der Klage, dass Ferrero ihn als Spieler "verformen" wollte.

Harmonischer sollte es danach mit Ivan Lendl werden – doch nach zehn Monaten wurde auch diese Beziehung beendet. Das Verhältnis gilt seither als angespannt, bei einer Pressekonferenz in Hamburg verriet Alexander Zverev: "Manchmal gehen wir auf den Trainingsplatz. Das Training ist zwei Stunden lang. Eine halbe Stunde steht er mit dem Rücken zu mir und erzählt, wie er am Morgen Golf gespielt hat." Über die Trennung von David Ferrer verlor Zverev hingegen kein böses Wort, Gerüchte über etwaige Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten gibt es nicht. Verschiedene Andeutungen von Ferrer lassen darauf schließen, dass das Ende einen rein familiären Hintergrund hat.

Die Familie steht an erster Stelle

Und so setzt Alexander Zverev auch nach dieser Trennung wieder auf seinen Vater, Alexander Michailowitsch Swerew. Der 60-Jährige scheint die einzige Konstante zu sein, die sein Sohn auf dem Court hat. Ganz im Gegensatz zu anderen Spielern, die mit ihren Trainern oft jahrelang zusammenarbeiten. Da ist zum Beispiel Dominic Thiem, der 17 Jahre lang von Günter Bresnik trainiert wurde und seit 2019 sehr erfolgreich mit dem chilenischen Tennisspieler Nicolás Massú zusammenarbeitet. Oder Roger Federer, der seit 2007 mit Severin Lüthi zusammenarbeitet.

Diese langen (Geschäfts-) Beziehungen pflegt Alexander Zverev bisher nur zu seiner Familie – denn auch seine Liebesbeziehungen sollten bisher nicht von langer Dauer sein. Mit Olga Sharypova führte der Tennisstar eine circa einjährige On-Off-Beziehung, die Liaison mit dem Berliner Model Brenda Patea hielt rund zehn Monate. 

"Es bedeutet mir sehr viel, mit meiner Familie jedes Jahr eine tolle Reise zu unternehmen, oft fliegen wir auf die Malediven", sagt Alexander Zverev im "Gala"-Interview und betont, wie wichtig ihm sein enges Umfeld für den Erfolg ist. "Meine Familie, mein Team und meine Hunde helfen mir, auf dem Boden zu bleiben. Wenn ich nicht gerade Tennis spiele, habe ich ein ziemlich normales Leben. Ich genieße die Abendessen mit der Familie, die Zeit mit meinem Neffen und verfolge gerne andere Sportarten wie Formel 1, Basketball und Fußball."

So sind es auch immer die gleichen Personen, die Zverev zu seinen Turnieren rund um den Globus begleiten: Seine Mutter Irina, sein Vater und Trainer Alexander, sein Bruder Mischa, sein heiß geliebter Pudel Lövik, Fitnesstrainer Jez Green, Physiotherapeut Hugo Gravil und sein bester Freund, der brasilianische Tennisspieler Marcelo Melo. Ein kleines, eingespieltes Team, auf das sich Alexander Zverev seit jeher verlassen kann. Und von dem er noch nie enttäuscht wurde. Vielleicht ist das auch der Grund, wieso er im Zweifel immer wieder auf die Menschen zurückgreift, die ihn bereits sein Leben lang begleiten. Von anderen wurde er oft genug im Stich gelassen.

Boris Becker hat sich in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" über sein Insolvenzverfahren geäußert

Derweil hofft DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff trotzdem, dass sich in Zukunft Tennis-Legende Boris Becker als Trainer um Alexander Zverev kümmern wird. Die beiden wären "eine fantastische Kombination", wie Dirk Hordorff im Gespräch mit dem "Münchner Merkur" verrät. Von einer Zusammenarbeit der deutschen Tennis-Stars geht der DTB-Vizepräsident fest aus. "Boris hat mich als Trainer und auch beim DTB vollkommen überzeugt", so Hordorff. Boris Becker habe als ehemaliger Champion "alles, was Alexander braucht": "Sie sprechen dieselbe Sprache. Boris kennt sich mit der deutschen Öffentlichkeit aus, kann hier Alexander bestimmt noch ein paar Tipps geben."

Quellen:Instagram, GALA, Merkur.de


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