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Englisches Gericht erklärt Boris Becker für bankrott - Anwalt widerspricht

Ein Gericht in London hat Boris Becker für bankrott erklärt. Die Tennislegende habe "substanzielle" Geldschulden nicht beglichen. Beckers Anwalt widersprach dem Eindruck, sein Mandant sei pleite.

Tennis-Legende Boris Becker hat offenbar Geldprobleme

Tennis-Legende Boris Becker hat offenbar Geldprobleme

Tennislegende Boris Becker ist von einem Londoner Gericht für bankrott erklärt worden. Das berichten englische Medien übereinstimmend, unter anderem der "Guardian". Demnach wollten seine Anwälte bei der Anhörung eine letzte Frist aushandeln, um die bereits seit Oktober 2015 bestehende "substanzielle" Finanzschuld zu begleichen. Dafür würde in naher Zukunft eine Immobilie in Spanien zu Geld gemacht werden. Becker sei "nicht besonders geschickt, wenn es um Finanzangelegenheit geht", betonte sein Verteidiger laut "Guardian".

Doch das Gericht lehnte den Aufschub demnach ab, weil die Anwälte nicht glaubhaft machen konnten, dass bald zahlen werde. Die Verteidigung habe nicht glaubhaft machen können, dass die sechs Millionen Euro aus der spanischen Immobilie bald zur Verfügung stehen würden. Daher sei ein weiterer Aufschub der von der Bank, bei der Becker die Schulden haben soll, gestellten Bankrotterklärung nicht angebracht. "Man bekommt den Eindruck, hier steckt jemand den Kopf in den Sand", sagte die zuständige Registrierbeamtin.

Anwalt: Boris Becker keineswegs pleite

In einer am Abend verbreiteten Presseerklärung trat Beckers Anwalt Christian Schertz dem Eindruck entegegen, sein Mandant sei pleite. Vielmehr sei Becker "überrascht und enttäuscht, dass sich die gegnerische Bank in einem konkreten Zivilverfahren in Großbritannien entschieden hatte, Klage gegen ihn einzureichen. Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte. Es ist enttäuschend, dass sein Antrag darauf, insofern den heutigen Gerichtstermin bis dahin zu verschieben, zurückgewiesen wurde mit der in den Medien verbreiteten Feststellung des Gerichts." Becker habe auch gegenüber britischen Medien klar gemacht, dass seine Einkünfte so weit öffentlich bekannt seien, dass kein Zweifel daran bestehen könnten, "dass er die Mittel hat, um diese Schuld zu begleichen." Beckers Anwalt kündigte in der Erklärung einen Antrag an, die Verfügung umgehend aufzuheben.

Der ehemalige Tennis-Star selbst war den Berichten zufolge vor Gericht nicht anwesend. Er arbeitet aktuell als Kommentator für Eurosport.

fin/dho

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