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Ehemaliger Formel 1-Fahrer: Was macht eigentlich … Nick Heidfeld?

Der Mönchengladbacher zählte von 2000 bis 2011 zu den besten deutschen Formel 1-Fahrern.

Ex Formel 1 Fahrer Nick Heidfeld: Was macht er heute?

Der frühere Formel 1-Fahrer Nick Heidfeld, 41, am Zürichsee. Er lebt mit seiner Familie in der Schweiz.

Als Formel 1-Fahrer rasten Sie früher mit Tempo 300 auf scharfe Kurven zu. Mittlerweile haben Sie drei Kinder. Können Sie sich bremsen, wenn Sie mit der Familienkutsche durch die Spielstraße fahren?

Ich hatte das Glück, mich auf der Rennstrecke ausleben zu können. Deshalb muss ich das heute nicht mehr im normalen Straßenverkehr machen.

In elf Formel 1-Jahren fuhren Sie 183 Grand Prix und wurden achtmal Zweiter. Wenn Sie heute einen schlechten Tag haben: Bei welcher Erinnerung bekommen Sie automatisch gute Laune?

Beim Gedanken an ein ganz besonderes Überholmanöver während des Grand Prix von Bahrain 2007. Damals saugte ich mich auf der Geraden im Windschatten an Fernando Alonsos McLaren ran, fuhr in der Kurve auf der Bremse außen so eng neben ihm, dass sich unsere Reifen fast berührten, beschleunigte und zog an ihm vorbei. Für mich war das ein unvergesslicher Fahrmoment: Das war alles sehr knapp am Limit und lief einfach optimal. Außerdem war Fernando ein starker Gegner, den ich sehr schätzte. Er war einer der besten Formel-1-Fahrer. Leider wurde er nur zweimal Weltmeister. Ich denke, er hätte mehr verdient.

Früher reisten Sie ständig rund um den Globus. 2011 beendeten Sie Ihre Formel 1-Karriere. Wie sieht Ihr Leben heute aus?

Als Familienvater habe und hatte ich in den letzten Jahren den Wunsch, mehr Zeit zu Hause in der Schweiz zu verbringen. Deshalb fuhr ich zunächst Langstreckenrennen. 2014 stieg ich zusätzlich in die Formel E ein, denn das sind nur Ein-Tages-Events: Meistens sind am Samstag Training, Qualifying und Rennen. Ich hatte deshalb die Hoffnung, weniger unterwegs zu sein. Hat aber nur bedingt hingehauen.

Und jetzt?

Ich bin dieses Jahr für einige F1-Rennen als Experte bei einem Pay-TV-Sender dabei. Seit Jahresanfang bin ich auch Berater sowie Test- und Ersatzfahrer bei meinem früheren indischen Formel E-Team Mahindra. Zudem arbeite ich als Markenbotschafter für das neu gegründete deutsch-italienische Start-up Automobili Pininfarina. Damit ist ein Jungentraum wahr geworden: Schon als Kind habe ich Modellautos zum Beispiel von Ferrari gesammelt, die von dem italienischen Designstudio Pininfarina entworfen worden waren. Und jetzt bin ich selbst an der Entwicklung des ersten E-Supersportwagens beteiligt, teste etwa die Fahrdynamik. Das ist extrem spannend – auch weil der Wagen gut 1900 PS hat und 400 Sachen fahren wird. Ende 2020 kommt er auf den Markt und wird etwa zwei Millionen Euro kosten.

Für superreiche Auto-Freaks mag das ein Schnäppchen sein. Wie kommt man an diese exklusive Klientel heran?

Im August stellen wir das Auto beispielsweise in Kalifornien während des "Pebble Beach Concours d'Elegance" vor. Dieses Event ist die weltweit größte Auto-Show speziell für Oldtimer, zieht aber schwerreiche Autonarren aus der ganzen Welt an.

Wie viele schnelle Sportwagen stehen in Ihrer Garage?

Ehrlich gesagt mag ich Oldtimer lieber als neuere Modelle. Ich habe beispielsweise einen Ford Mustang aus dem Jahr 1965 und einen klassischen Porsche 911. Richtig gerne mag ich auch mein altes VW Käfer Cabrio. Meine Mutter hatte früher, als ich noch ein Kind war, auch so eines. Schöne Erinnerung, da jetzt drinzusitzen!

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