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Formel-1-Comeback: Schumacher testet bereits

Nicht einmal 48 Stunden nach seiner Comeback-Ankündigung hat Michael Schumacher wieder in einem Rennwagen gesessen. Auf der Strecke in Mugello drehte der 40-Jährige seine Runden im zwei Jahre alten F2007. Derweil lässt der Rummel um Schumi seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen ganz offensichtlich kalt.

Rekordweltmeister Michael Schumacher hat sich mit Feuereifer in die Vorbereitung für sein spektakuläres Comeback in der Formel 1 gestürzt. Bereits am Freitagmorgen gegen 11 Uhr drehte der siebenmalige Weltmeister unter Ausschluss der Öffentlichkeit im alten Ferrari-Modell F 2007 erste Testrunden auf der Rennstrecke in Mugello. Dies berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf Ferrari.

"Das Testverbot in der Formel 1 ist ja bekannt, daher habe ich die Jungs von F1 Clienti kontaktiert, ob die mir ein Auto geben können", hatte Schumacher auf seiner Internetseite erklärt. Clienti ist für ausrangierte Formel-1-Ferraris zuständig. "Zwar kann ich hier keine aktuellen oder letztjährigen Autos fahren, aber ich möchte eben so viel wie möglich fahren, und da ist das schon mal eine gute Option. Die nächsten Wochen stehen dann ganz im Zeichen dieser Vorbereitung", meinte der siebenmalige Weltmeister.

Keine Äußerungen zur Nackenverletzung

Sein Arzt Johannes Peil sieht aus Fitnessgründen keine Bedenken. "Formel 1 ist Hochleistungssport. Man kann aber davon ausgehen, dass Michael auch in der letzten Zeit an drei bis vier Tagen pro Woche hart trainiert hat. Von daher sollte das zu machen sein", sagte der Chefarzt der Sportklinik in Bad Nauheim dem TV-Sender N24. Das Problem bestehe darin, "dass die gesamte Vorbereitung, die sich normalerweise über Monate streckt, nun auf weniger als drei Wochen komprimiert werden muss. Der Vorteil ist, dass Michael kein kompletter Neueinsteiger ist."

Man müsse nun bis zum Comeback Schumachers am 23. August in Valencia einen Plan mit Schwerpunkten erstellen. Nicht äußern wollte sich Peil zur Nackenverletzung des siebenmaligen Weltmeisters. "Zur Nackenverletzung beim Motorradfahren werden wir keine Stellung nehmen. Vielleicht wird Michael irgendwann selbst sagen, was da passiert ist", erklärte der Mediziner. Schumacher hatte sich bei seinem schweren Motorrad-Sturz im Februar im spanischen Cartagena den Nacken verletzt und soll nun mit einer speziellen Nackenmuskulaturmaschine arbeiten.

Räikkönnen gleichgültig

Schumachers Heimatstadt Kerpen steht nach der Rückkehr des berühmtesten Sohns der Stadt in den Formel-1-Zirkus derweil kopf. Das Rennen in Valencia wird in der Jahnhalle per Public Viewing live übertragen. Dies war in der 64.000-Einwohner-Stadt auch in den vergangenen Jahren bei allen Rennen mit Schumacher stets der Fall, nur wenige Stunden nach der Ankündigung des 40-Jährigen reagierte die Stadt umgehend. 1000 Menschen haben in der Jahnhalle Platz, Eintritt wird nicht verlangt.

Dagegen lässt der Rummel den "Iceman" Kimi Räikkönnen ganz offensichtlich kalt. "Mir ist egal, wer den zweiten Ferrari fährt", sagte der Finne, dessen Teamkollege Schumacher als Ersatz des verletzten Brasilianers Felipe Massa sein wird. "Es wird nett sein, ihn als Teamkollegen zu haben", sagte Räikkönen immerhin: "Schon in der Vergangenheit waren wir nah dran, Kollegen zu werden."

Button traut Schumi einiges zu

Die Tests am Freitag mussten offiziell von den F1 Clienti und nicht vom Rennteam durchgeführt werden, sonst würde ein Verstoß gegen das Testverbot vorliegen. Strengstens verboten ist es, das neue Modell mit allen technischen Neuerungen zu testen. Schumacher kann sich aber zumindest wieder an die Geschwindigkeit gewöhnen. Den Donnerstag habe er bereits im Ferrari-Hauptquartier in Maranello verbracht, "um am statischen Simulator die Funktionalität des Lenkrads zu checken", erklärte Schumacher. Die Konkurrenz hat jedenfalls schon gehörig Respekt vor ihm. "Wenn einer ins Auto springen kann und vorne mitfährt, dann er", meinte WM-Spitzenreiter Jenson Button.

sid/DPA/kbe

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