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FORMEL 1: Erster Sieg für Montoya

Juan Pablo Montoya hat mit seinem ersten Grand-Prix-Sieg den erfolgsverwöhnten Ferrari das Heimrennen in Monza verdorben.

Der Kolumbianer siegte am Sonntag beim Großen Preis von Italien in seinem 15. Formel-Grand-Prix nach einem überlegenen Rennen vor dem Brasilianer Rubens Barrichello, der sich im Ferrari wichtige Punkte im Kampf um Platz zwei der Fahrer-Wertung sicherte. Weltmeister Michael Schumacher wurde in einem von harten Diskussionen zwischen Fahrern, Teams und Funktionären begleiteten Rennen, das viele Piloten wegen der Terroranschläge auf die USA am liebsten abgesagt hätten, nur Vierter hinter seinem Bruder Ralf im zweiten Williams-BMW. Richtig freuen konnte sich keiner an diesem Tag. Michael Schumacher war am gesamten Wochenende der Schock über die Terroranschläge in den USA anzumerken. Die Siegerehrung war eine reine Pflichtübung. Die obligatorische Champagner-Dusche fiel aus.

Einen herben Rückschlag im Kampf um Platz zwei in der WM-Wertung erlitt David Coulthard zwei Rennen vor Saison-Ende. Schon nach sieben Runden musste der Schotte seinen McLaren-Mercedes mit Motorschaden abstellen. Nach 20 Runden kam nach Getriebeschaden das Aus auch für Mika Häkkinen im zweiten Silberpfeil.

Um Platz zwei der WM-Wertung hinter Michael Schumacher (107) streiten weiterhin Coulthard (57), Barrichello (54) und Ralf Schumacher (48). Nick Heidfeld (Mönchengladbach) musste nach technischen Problem am Sauber-Petronas aus der Boxen-Gasse starten und kam über Platz elf nicht hinaus. Sein Gladbacher Kollege Heinz- Harald Frentzen musste seinen Prost-Acer in der 29. Runde nach technischen Problemen abstellen.

Montoya übernahm als Trainingsschnellster mit dem Start die Führung, verfolgt von den beiden Ferrari-Piloten Barrichello und Michael Schumacher. In der neunten Runde fuhr Barrichello vorübergehend auf Rang eins. Schon nach 19 Runden steuerten die beiden Ferrari-Piloten überraschend früh die Box an und überließen den beiden Williams-BMW die Führung. Nach zahlreichen Positionswechseln an der Spitze fuhr Montoya schließlich als Sieger über die Ziellinie.

Ein Großteil der Fahrer war in Monza nur mit Widerwillen angetreten. Viele waren wegen der Terroranschläge in den USA für eine Absage. Vor allem Ralf Schumacher hatte sich vehement gegen die Durchführung ausgesprochen. »Die meisten Piloten wären hier nicht angetreten, wenn sie die Wahl gehabt hätten«, erklärte der Williams- BMW-Pilot. Aber sie fanden kein Gehör. Auch der Große Preis der USA in zwei Wochen in Indianapolis soll wie geplant stattfinden. Bei der traditionellen Fahrerparade vor dem Rennen legten die Piloten vor der Haupttribüne eine Schweigeminute ein. Viele Teams gingen mit Zeichen der Trauer an den Start. Ferrari überklebte seine Sponsorenlogos und lackierte die Frontpartie schwarz.

Michael Schumacher sagte als Sprecher der Fahrervereinigung GPDA: »Es ist ein Wochenende, an dem viele Dinge falsch laufen.« Zur Vermeidung eines Unfalls hatten sich die Fahrer mit einer Ausnahme (Villeneuve) dafür ausgesprochen, nach dem Start in den ersten beiden Schikanen nicht zu überholen. In der zweiten Schikane war im Vorjahr nach einem schweren Unfall kurz nach dem Start der Streckenposten Paolo Ghislimberti von einem angerissenen Rad tödlich getroffen worden. »Die Fahrer waren sich einig«, sagte Michael Schumacher, »aber nachdem sich die Teams darüber unterhalten haben, hat sich das geändert.«

Drei Teams sprachen sich nach Schumachers Angaben gegen eine solche Absprache aus. Am Ende wurde nach harten Diskussionen zwischen Fahrern und Funktionären ein »normaler« Start verordnet. Schumacher ging noch von Fahrer zu Fahrer, um alle über den Stand der Dinge zu informieren. Ein Unfall von Jarno Trulli nach dem Start verlief Gott sei Dank glimpflich.

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